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Die Mörder von Srebrenica nach Den Haag
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Überstellung der über 500 Mörder von Srebrenica nach Den Haag gefordert - SFOR-Truppen haben letztes Vertrauen der Opfer Srebrenicas zerstört
„Die NATO-Staaten haben nun endgültig auch das letzte Vertrauen der Opfer von Srebrenica verloren.“ Das meldet heute die Mütter- und Frauenbewegung Srebrenicas und die GfbV-Büros in Sarajevo und Srebrenica.
Gestern wurde der frühere bosnische Kommandant und Verteidiger von Srebrenica, Naser Oric, von SFOR-Truppen festgenommen. Er soll wegen der Tötung von sieben Serben an das Tribunal von Den Haag überstellt werden. Demgegenüber leben über 500 Angehörige der serbischen Milizen unbehelligt auf freiem Fuß. Die serbischen Milizen hatten in Srebrenica das schlimmste Massaker seit Ende des zweiten Weltkrieges angerichtet.
Über 8.000 Knaben und Männer wurden zwischen dem 11. und 15. Juli 1995 von den Angehörigen serbischer „Einsatzgruppen“ wahllos ermordet und in Massengräbern verscharrt. Die Drahtzieher des Massakers, Radovan Karadzic und Radko Mladic wurden bis heute nicht festgenommen. Niemand der überlebenden Opfer Srebrenicas zweifelt ernsthaft daran, dass diese Mörder und Kriegsverbrecher vom Westen geschützt werden.
Angesichts der Tatsache, dass die über 500 serbischen Bluttäter frei herumlaufen können ist die Festnahme Orics eine Verhöhnung der bosnischen Opfer und ihrer überlebenden Angehörigen. Oric war Kommandant jener bosnischen Truppen, die damalige UN-Schutzzone Srebrenica beim Überfall der serbischen Armee verteidigt hatten.
Die Gesellschaft für bedrohte Völker International fordert die sofortige Festnahme Karadzics und Mladics und ihrer über 500 Mann starken Mördertruppe. Kriegsverbrechen jeder Seite müssen geahndet werden. Das gilt auch für jene der Opferseite. Solange jedoch die serbischen Verursacher des Massakers unbehelligt bleiben vertieft die Festnahme der Verteidiger die Verzweiflung der Überlebenden und zerstört das Vertrauen in die NATO-Staaten.
Gemeinsam mit der Mütterbewegung von Srebrenica fordern wir darüber hinaus, dass das Schicksal von etwa 800 Frauen und Kindern der Stadt untersucht wird, die nach Angaben der Überlebenden seit dem Fall Srebrenicas verschwunden sind. Weiter muss recherchiert werden, wie viele hundert Einwohner, zwischen dem April 1992 und dem 11. Juli 1995, dem Tag des Einmarsches der serbischen „Einsatzgruppen“, ums Leben kamen“.
Tilman Zülch, Präsident
Andre Rollinger, Vizepräsident, Luxemburg
Fadila Memisevic, Vorstandsmitglied, Sarajevo
====================================================== Gesellschaft fuer bedrohte Voelker e.V. (GfbV) Inse Geismar, Pressereferentin Postfach 2024, D-37010 Goettingen Göttingen, den 12.04.2003 Homepage:http://www.gfbv.de ======================================================
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