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ISSN 1610-0611
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Entführter Mitarbeiter v. Ärtzte ohne Grenzen

ÄRZTE OHNE GRENZEN fordert Präsident Putin auf, sich
für die Freilassung ihres entführten Mitarbeiters einzusetzen

Genau 232 Tage nach der Entführung ihres
Mitarbeiters Arjan Erkel in Dagestan fordert die internationale Organisation
ÄRZTE OHNE GRENZEN gemeinsam mit mehr als 300.000 Menschen den russischen
Präsidenten Vladimir Putin dazu auf, alles in seiner Macht Stehende zu tun,
um Erkels sofortige Freilassung zu bewirken. Am Mittwoch übergab die
Organisation mehr als 300.000 Unterschriften an das Büro des russischen
Präsidenten in Moskau. Auch in Berlin, Genf, Den Haag und anderen Städten
wurden in den Vertretungen der russischen Regierung Kopien der
Unterschriften überreicht.

Seit der Entführung von Arjan Erkel am 12. August 2002 in der dagestanischen
Hauptstadt Makhachkala fehlt von dem 33-jährigen Projektleiter noch immer
jede Spur. ÄRZTE OHNE GRENZEN hat den Eindruck, dass einheimische Ermittler,
die mit der Aufklärung des Falls befasst sind, unüberbrückbaren Hindernissen
gegenüberstehen, die eine Befreiung Arjan Erkels verhindern. ÄRZTE OHNE
GRENZEN ist gleichzeitig davon überzeugt, dass hochrangige Autoritäten, die
mit dem Fall betraut sind, bisher noch nicht das notwendige Engagement
gezeigt haben, um ihn zu lösen.

"Es ist völlig inakzeptabel, dass alle Anfragen für ein Treffen mit
Mitarbeitern des Büros des russischen Präsidenten bisher zurückgewiesen
wurden", sagte Rafael Vilasanjuan, Sekretär des Internationalen Rates von
ÄRZTE OHNE GRENZEN. "Der Mangel an politischem Willen, diesen Fall zu lösen,
lässt uns keine andere Wahl, als uns mit unseren Forderungen direkt an
Präsident Putin zu wenden. ÄRZTE OHNE GRENZEN sowie mehr als 300.000
Menschen glauben, dass er den Einfluss hat, die sichere Freilassung unseres
Kollegen zu bewirken. Wir hoffen aufrichtig, dass er diesen Einfluss nutzen
wird."

Arjan Erkel, der als Projektleiter in Dagestan tätig war, hat seine Arbeit
ganz der Unterstützung der hilfsbedürftigen Zivilbevölkerung gewidmet.
Leider ist sein Schicksal kein Einzelfall. In den vergangenen Monaten sind
humanitäre Organisationen im Nordkaukasus vermehrt zur Zielscheibe für
Drohungen, Gewalt und Entführungen geworden.

Bis Arjan Erkel wieder frei ist, wird ÄRZTE OHNE GRENZEN weiterhin
Unterschriften sammeln und von den russischen Behörden fordern, dass sie
ihrer Verantwortung nachkommen und sich für seine unversehrte Freilassung
mit aller Kraft einsetzen.



Kattrin Lempp, Anke Stockdreher,
Moskau/Berlin, 2. April 2003.
http://www.aerzte-ohne-grenzen.de


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