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ISSN 1610-0611
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Erfolg fuer die Traditionen der San

Afrikanisches Volk wird an Gewinnen von Diaet-Wundermittel beteiligt

Der Hoodia-Kaktus hat dem Volk der San
einen grossen Erfolg beschert. Zum ersten Mal in der afrikanischen
Geschichte ist es jetzt einer einheimischen Minderheit gelungen,
traditionelles Wissen gegenueber einem Pharmazie-Multi einzuklagen.
Wenn der US-Konzern Pfizer in wenigen Jahren mit seiner neuen Diaet-
Wunderwaffe P57 auf den Markt kommt, werden auch die San mit
sechs Prozent an den Gewinnen aus dem Patent beteiligt. Es handelt
sich um eine Summe von einer bis 1,4 Millionen US-Dollar pro Jahr.
Noch auf dem »UN-Gipfel fuer nachhaltige Entwicklung 2002« in
Johannesburg war eine solche Beteiligung undenkbar gewesen.

Bei der Unterzeichnung des Uebereinkommens zwischen dem
suedafrikanischen San-Verband und dem suedafrikanischen Rat fuer
Wissenschafts- und Industrieforschung (CSIR) erklaerte der Minister
fuer Kunst und Kultur, Ben Ngubane: »Dieses Abkommen symbolisiert
die Wiederherstellung der Wuerde urspruenglicher Voelker.« P57 wird
aus dem sogenannten Hoodia-Kaktus gewonnen, einer Pflanze, die bei
den San seit Jahrhunderten fuer ihre Hunger stillende Wirkung bekannt
ist.

Der Hoodia-Kaktus, er waechst in der namibischen Kalahari, ist
gurkengross und hat einen leicht bitteren Geschmack. Seit Generation
kauen die San, frueher auch Buschmaenner genannt, fleischige Stuecke
dieser Pflanze waehrend ihrer manchmal tagelang andauernden Jagd,
um so das Hungergefuehl zu bekaempfen. 2001 entdeckte die westliche
Pharmaindustrie die Hunger- und Durst stillende Wirkung des Hoodia-
Kaktus. Die kleine britische Firma Phythopharm liess sich die
Patentrechte des Appetitzueglers P57, basierend auf dem Hoodia-
Kaktus sichern. Phytopharm hatte die Rechte von der CSIR gekauft.
Kurz darauf erwarb der amerikanische Pharmagigant Pfizer, bereits
erfolgreich mit dem Potenzmittel Viagra, die Rechte fuer P57. Der San-
Stamm der »!Kung«, auf deren Wissen die Entdeckung basierte, wollte
sich das millionenschwere Familienwissen jedoch nicht stehlen lassen.
Der terre des hommes-Partner WIMSA, die »Arbeitsgruppe fuer
einheimische Minderheiten im suedlichen Afrika«, sowie der WIMSA-
Menschenrechtsanwalt Roger Chenells halfen den San, ihre Rechte
durchzusetzen.

Die Gewinnanteile am Diaetmittel P57 sollen an alle regionalen San-
Verbaende gezahlt werden. Von CSIR und San-Verbaenden wurde eine
»San Hoodia Treuhandgesellschaft« gegruendet, dem auch das
suedafrikanische Amt fuer Wissenschaft und Technologie sowie der
terre des hommes-Partner WIMSA angehoeren. Mit einer
Markteinfuehrung ist fruehestens 2008 zu rechnen. Erst dann fliesst
auch Geld auf das Konto der rund 100.000 San.


______________________________________
22.04.2003
terre des hommes
Deutschland e.V.
Postfach 4126
Presseabteilung
49031 Osnabrueck

www.tdh.de


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