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Erfolg fuer die Traditionen der San
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Afrikanisches Volk wird an Gewinnen von Diaet-Wundermittel beteiligt
Der Hoodia-Kaktus hat dem Volk der San einen grossen Erfolg beschert. Zum ersten Mal in der afrikanischen Geschichte ist es jetzt einer einheimischen Minderheit gelungen, traditionelles Wissen gegenueber einem Pharmazie-Multi einzuklagen. Wenn der US-Konzern Pfizer in wenigen Jahren mit seiner neuen Diaet- Wunderwaffe P57 auf den Markt kommt, werden auch die San mit sechs Prozent an den Gewinnen aus dem Patent beteiligt. Es handelt sich um eine Summe von einer bis 1,4 Millionen US-Dollar pro Jahr. Noch auf dem »UN-Gipfel fuer nachhaltige Entwicklung 2002« in Johannesburg war eine solche Beteiligung undenkbar gewesen.
Bei der Unterzeichnung des Uebereinkommens zwischen dem suedafrikanischen San-Verband und dem suedafrikanischen Rat fuer Wissenschafts- und Industrieforschung (CSIR) erklaerte der Minister fuer Kunst und Kultur, Ben Ngubane: »Dieses Abkommen symbolisiert die Wiederherstellung der Wuerde urspruenglicher Voelker.« P57 wird aus dem sogenannten Hoodia-Kaktus gewonnen, einer Pflanze, die bei den San seit Jahrhunderten fuer ihre Hunger stillende Wirkung bekannt ist.
Der Hoodia-Kaktus, er waechst in der namibischen Kalahari, ist gurkengross und hat einen leicht bitteren Geschmack. Seit Generation kauen die San, frueher auch Buschmaenner genannt, fleischige Stuecke dieser Pflanze waehrend ihrer manchmal tagelang andauernden Jagd, um so das Hungergefuehl zu bekaempfen. 2001 entdeckte die westliche Pharmaindustrie die Hunger- und Durst stillende Wirkung des Hoodia- Kaktus. Die kleine britische Firma Phythopharm liess sich die Patentrechte des Appetitzueglers P57, basierend auf dem Hoodia- Kaktus sichern. Phytopharm hatte die Rechte von der CSIR gekauft. Kurz darauf erwarb der amerikanische Pharmagigant Pfizer, bereits erfolgreich mit dem Potenzmittel Viagra, die Rechte fuer P57. Der San- Stamm der »!Kung«, auf deren Wissen die Entdeckung basierte, wollte sich das millionenschwere Familienwissen jedoch nicht stehlen lassen. Der terre des hommes-Partner WIMSA, die »Arbeitsgruppe fuer einheimische Minderheiten im suedlichen Afrika«, sowie der WIMSA- Menschenrechtsanwalt Roger Chenells halfen den San, ihre Rechte durchzusetzen.
Die Gewinnanteile am Diaetmittel P57 sollen an alle regionalen San- Verbaende gezahlt werden. Von CSIR und San-Verbaenden wurde eine »San Hoodia Treuhandgesellschaft« gegruendet, dem auch das suedafrikanische Amt fuer Wissenschaft und Technologie sowie der terre des hommes-Partner WIMSA angehoeren. Mit einer Markteinfuehrung ist fruehestens 2008 zu rechnen. Erst dann fliesst auch Geld auf das Konto der rund 100.000 San.
______________________________________ 22.04.2003 terre des hommes Deutschland e.V. Postfach 4126 Presseabteilung 49031 Osnabrueck www.tdh.de
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