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ISSN 1610-0611
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Malaria in Afrika:

ÄRZTE OHNE GRENZEN fordert schnellen Einsatz neuer Therapieform

Die Hilfsorganisation ÄRZTE OHNE GRENZEN
warnt vor den tödlichen Folgen veralteter Malaria-Medikamente und ruft
internationale Geldgeber auf, mehr Geld für wirksame artemisininhaltige
Kombinationspräparate (ACT) zur Verfügung zu stellen. Anlässlich des
Afrika-Malaria-Tages (1) am 25. April legt die Organisation einen Bericht
vor, der zeigt, dass viele Patienten an Malaria sterben, weil gängige
Medikamente unwirksam geworden sind und neue effektive Arzneimittel nur
zögerlich eingesetzt werden.

In Afrika sterben jährlich bis zu zwei Millionen Menschen an Malaria. Etwa
die Hälfte aller Krankenhausaufenthalte betreffen Malaria. Dem Bericht mit
dem Titel "ACT Now" zufolge ist die Zahl der Malaria-Erkrankungen seit den
70er Jahren um das Vierfache gestiegen. Darüber hinaus hat sich die Zahl der
malariabedingten Todesfälle in afrikanischen Krankenhäusern mehr als
verdoppelt. Ursache hierfür ist nach Aussagen von ÄRZTE OHNE GRENZEN vor
allem, dass trotz weit verbreiteter Resistenzen weiterhin veraltete
Medikamente verwendet werden.

In Ländern wie Tansania, Kenia und Uganda sind die Erreger in bis zu 90
Prozent der Fälle gegen den gängigen Wirkstoff Chloroquin resistent
geworden. Dagegen sind neue Präparate auf der Basis des Wirkstoffs
Artemisinin hochpotent, schnell wirksam und gut verträglich. Doch während
eine Dosis Chloroquin etwa zehn Cent kostet, muss für eine Erwachsenendosis
einer Artemisinin-Kombinationstherapie rund 1,50 US-Dollar bezahlt werden.
ÄRZTE OHNE GRENZEN schätzt, dass es 100-200 Millionen US-Dollar kosten
würde, diese Therapie in allen afrikanischen Ländern einzuführen.

"Seit 2001 empfehlen Experten der Weltgesundheitsorganisation (WHO), die
veralteten Medikamente durch die neuen Kombinationspräparate zu ersetzen.
Doch bisher haben es die Geldgeber - allen voran britische und amerikanische
Entwicklungshilfeinstitutionen wie DFID und USAID - vorgezogen, Geld zu
sparen, statt Leben zu retten", sagte Tobias Luppe von ÄRZTE OHNE GRENZEN.
"Das Ziel, die Zahl der Malaria-Toten bis zum Jahr 2010 zu halbieren, kann
so nicht erreicht werden." Dieses Ziel hatten sich die afrikanischen
Staatsoberhäupter gemeinsam mit den G8-Regierungen gesetzt.

Während die Regierungen afrikanischer Länder die Empfehlungen der WHO ernst
nehmen, verhindern jedoch laut ÄRZTE OHNE GRENZEN fehlende finanzielle
Ressourcen deren Umsetzung. Die Organisation fordert deshalb Geberländer und
staatliche Entwicklungshilfeorganisationen wie die deutsche GTZ
(Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit) auf, sich für die schnelle
Anwendung der neuen Therapie einzusetzen.

"Auch Deutschland als Geberland muss jetzt handeln. Schließlich ist es
sinnvoller, mehr Geld in eine effektive Behandlung zu investieren, als viel
Geld für wirkungslose Medikamente auszugeben", so Tobias Luppe. ÄRZTE OHNE
GRENZEN setzt die Artemisinin-Kombinationstherapie bereits erfolgreich in
Projekten in acht afrikanischen Staaten ein.

Pressestelle: Kattrin Lempp, Tel: 030-22 33 77 00, 0160-8808405
http://www.aerzte-ohne-grenzen.de

Der Bericht sowie Filmmaterial zu Malaria können bei der Pressestelle
angefordert werden.

(1) Am 25. April 2000 unterzeichneten in Abuja / Nigeria 44 Staats- und
Regierungschefs von Ländern, die von Malaria betroffen sind, eine Erklärung
zum gemeinsamen Kampf gegen die Ausbreitung von Malaria. Jährlich wird am
25. April an diese Erklärung erinnert.

AERZTE OHNE GRENZEN / AM KOELLNISCHEN PARK 1 / D-10179 BERLIN
OFFICE@BERLIN.MSF.ORG / HTTP://WWW.AERZTE-OHNE-GRENZEN.DE
SPENDENKONTO: 97097 / SPARKASSE BONN / BLZ 380 500 00


London/Berlin, 24. April 2003.


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