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Nie berühren, immer markieren, sofort melden!
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KEIN SCHUTZ DER ZIVILBEVÖLKERUNG VOR TÖDLICHEN HINTERLASSENSCHAFTEN DES KRIEGES IN SICHT
Nichtregierungsorganisationen befürchten unzureichendes Ergebnis der Genfer UN-Verhandlungen über den Umgang mit Blindgängermunition
- «Nie berühren, immer markieren, sofort melden!» So lautet eine militärische Schutzregel, wenn es um den Umgang mit Blindgängermunition geht. Mit Abschluss der zweiten Genfer Verhandlungsrunde (16.6.-27.6.) über die "explosiven Rückstände des Krieges" (Explosive Remnants of War) im Rahmen der UN-Konvention zu konventionellen Waffen (CCW) dürfen sich Zivilisten in Kriegsregionen auch zukünftig wenig Hoffnung machen, mit derlei lebenswichtigen Hinweisen versorgt zu werden.
Über 40 Nichtregierungsorganisationen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz fordern deshalb mehr Rechte und Schutz für Zivilisten vor explosiven Munitionsrückständen und warnen vor einem unzureichenden Verhandlungsergebnis. Der vorliegende Protokollentwurf enthält lediglich Empfehlungen über den Umgang mit Munitionsrückständen nach Beendigung eines Konfliktes und beinhaltet - besonders auf Drängen Großbritanniens und der USA - keine völkerrechtlich verbindlichen Verpflichtungen in Bezug auf die Räumung der Munition, die Opferhilfe bzw. deren Entschädigung. Über präventive Maßnahmen wie z.B. ein Verbot von Streubomben wird gar nicht erst verhandelt.
«Dabei stellt nicht explodierte Streumunition ein Hauptproblem dar», sagt Thomas Gebauer, Vorstand des Deutschen Initiativkreises für das Verbot von Landminen und Geschäftsführer von medico international. «Die schlimmen Folgen des Einsatzes von Streumunition für die Zivilbevölkerung sind schon lange bekannt, der Deutsche Initiativkreis hat seit Jahren darauf hingewiesen», klagt Gebauer.
«Abgesehen von ihrer fürchterlichen Primärwirkung weisen einige der im Irak eingesetzten Streumunitionen zudem Blindgängerquoten von über 20 Prozent auf, was sie de facto zu Antipersonenminen werden lässt», warnt Tobias Gasser von der Schweizerischen Kampagne gegen Personenminen.
«Mehrere hundert Zivilisten sind bereits den über 300.000 Streumunitionen, die im Krieg gegen den Irak eingesetzt wurden, zum Opfer gefallen», sagt Judith Majlath von Austrian Aid for Mine Victims, wobei die große Anzahl der mit Artillerieraketen verschossenen Streumunition noch nicht einmal berücksichtigt ist.
Die 40 Nichtregierungsorganisationen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz beklagen zudem, dass sich die Vertragsstaaten der UN-Waffenkonvention bis heute noch nicht einmal auf Verhandlungen über ein Verbot von Antifahrzeugminen einigen. Viele Antifahrzeugminen reagieren genau wie die verbotenen Antipersonenminen: auf den Kontakt eines Menschen - verboten sind sie dennoch nicht. Was umso unverständlicher erscheint, da sie eine enorme Bedrohung für Zivilgesellschaften darstellen und jährlich Tausende von Opfern fordern .
Berlin/Bern/Wien/Genf (27.06.03) Deutscher Initiativkreis für das Verbot von Landminen Rykestr.13 10405 Berlin Tel: 030 446858-14 Fax.: 030 4280 1688
http://www.landmine.de/
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