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ISSN 1610-0611
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USA wollen Privatisierung der Bildung weltweit!

USA wollen privatisierte Bildung weltweit durchsetzen

Attac veroeffentlicht geheime Forderungen aus den GATS-Verhandlungen
Kommerzielle Pruefungsunternehmen auf dem Vormarsch EU-Positionen
weiterhin geheim

Verden, Bei den derzeit laufenden WTO-Verhandlungen ueber das
allgemeine Dienstleistungsabkommen GATS (General Agreement on Trade in
Services) wollen die USA den Bildungssektor weltweit liberalisieren und
fuer private Anbieter oeffnen. Das geht aus dem geheimen
Forderungskatalog der USA hervor, den das globalisierungskritische
Netzwerk Attac jetzt von seinen amerikanischen Buendnispartnern
zugespielt bekommen hat. Wenn sich die USA mit ihren Forderungen
durchsetzen, haetten alle Anbieter von Bildung - egal ob oeffentlich
oder privat - den gleichen Anspruch auf staatliche Subventionen. "Diese
Forderung bedroht das oeffentliche Bildungswesen in Europa", erklaert
Oliver Moldenhauer, Mitglied im Attac-Koordinationskreis. "Bildung, die
bisher ein oeffentliches Gut und ein Recht fuer alle Menschen ist, soll
zur Ware werden."

Zudem draengen die USA darauf, auch standardisierte Tests in die
Verhandlungen mit aufzunehmen. In diesem Sektor ist das US-Unternehmen
"Educational Testing Service" Marktfuehrer und strebt nach weltweiter
Expansion. "Eine Liberalisierung dieses Bereiches wirft die Frage auf,
inwieweit sich die inhaltlichen Standards solcher Unternehmen
international durchsetzen", sagt Oliver Moldenhauer. "Damit wird die
Hochschulautonomie und die demokratische Kontrolle von Schulen weiter
ausgehoehlt."

Die Europaeische Union hat sich in den bisherigen Verhandlungen zwar
ausdruecklich das Recht vorbehalten, nur ihre staatlichen
Bildungseinrichtungen mit oeffentlichen Geldern zu subventionieren.
Attac befuerchtet jedoch, dass die EU-Position im Verlauf der
GATS-Verhandlungen aufgeweicht wird. Weil diese Verhandlungen alle
Dienstleistungsbereiche umfassen, koennte die EU Zugestaendnisse im
Bildungsbereich machen, um ihrerseits verbesserten Zugang zu den
Maerkten fuer Strom, Trinkwasser oder Finanzdienstleistungen zu
erhalten. Weil die EU ihre Verhandlungspositionen geheim haelt, ist eine
oeffentliche Kontrolle des Verhandlungsprozesses nicht moeglich. "Dass
nur hinter verschlossenen Tueren verhandelt wird ist absolut
undemokratisch - vor allem, wenn man bedenkt, dass einmal gemachte
Zugestaendnisse praktisch nicht mehr zurueckgenommen werden koennen",
kritisiert Oliver Moldenhauer. Den oeffentlich angekuendigten
"Konsultationsprozess" der EU haelt Attac fuer eine Farce, solange die
Verhandlungspapiere nicht oeffentlich zugaenglich sind.

Attac fordert ein sofortiges Moratorium fuer die GATS-Verhandlungen. In
den kommenden Monaten wird Attac in vielen europaeischen Laendern
gemeinsam fuer dieses Ziel kaempfen, unter anderem bei einem
europaweiten Aktionstag am 13. Maerz 2003.

Fuer Nachfragen steht Ihnen Oliver Moldenhauer unter 0163-307 1523 zur
Verfuegung.

Den Forderungskatalog der USA finden Sie im Internet unter
http://www.attac-netzwerk.de/gats/usrequestseducation.php

Weitere Informationen zur Anti-GATS-Kampagne: www.gats-kritik.de
_______________________________________________
attac-d-presse
Date: Tue, 3 Dec 2002 12:26:08 +0100


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