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ISSN 1610-0611
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Entschuldung, Steuerflucht und Vernetzung

Antworten von unten auf die Globalisierung von oben

Entschuldung, Steuerflucht und Vernetzung als Schwerpunkte
von Attac Deutschland beim Weltsozialforum in Porto Alegre

Zum dritten Weltsozialforum, das vom
23. bis zum 27. Januar im brasilianischen Porto Alegre stattfindet,
werden mehr als 100.000 TeilnehmerInnen erwartet. Die VertreterInnen von
sozialen Bewegungen, Nichtregierungsorganisationen und Gewerkschaften
diskutieren die negativen Auswirkungen der neoliberalen Globalisierung,
stellen Lösungsansätze für weltweite Probleme vor und bauen die
internationale Zusammenarbeit aus. Zudem wird der Protest gegen den
drohenden Irak-Krieg in diesem Jahr eine wichtige Rolle spielen. "Die
weltweite Krise des ungezügelten Kapitalimus macht eine starke
Gegenbewegung wichtiger denn je", sagte Sven Giegold vom
Attac-Koordinierungskreis vor dem Abflug nach Porto Alegre.

Das globalisierungskritische Netzwerk Attac gehört zu den acht
Organisationen, die das Weltsozialforum veranstalten. Aus Deutschland
sind rund 30 Attac-AktivistInnen in Porto Alegre vertreten, die sich
aktiv an zahlreichen Veranstaltungen beteiligen. Prof. Jörg Huffschmidt
(Universität Bremen, wissenschaftlicher Beirat von Attac) spricht bei
Seminaren über "Macht und Eigentum" und "Nach dem Neoliberalismus";
Prof. Ulrich Brand (Universität Kassel, wissenschaftlicher Beirat von
Attac) ist Redner bei den Seminaren "Parteien, NGOs und soziale
Bewegungen - verschiedene politische Logiken?" und "Biopiraterie".
Peter Wahl (Attac-Koordinierungskreis) spricht bei einem großen Panel
über "Empire, war and unilaterism". Sven Giegold
(Attac-Koordinierungskreis) hat ein Seminar über Steuerflucht und
Steueroasen organisiert, bei dem ein weltweites Netzwerk gegen
Steuerflucht auf den Weg gebracht werden soll, und diskutiert mit dem
BUND über weltweite Umwelt- und Sozialstandards. Pedro Morazan
(Attac-Koordinierungskreis) nimmt an mehreren Diskussion über
Schuldenerlass teil. Auch an Diskussionen über das
WTO-Dienstleistungsabkommen GATS sind Attac-Vertreter aus Deutschland
beteiligt.
Zudem wollen die Attac-AktivistInnen aus unterschiedlichen Ländern in
Porto Alegre ihre internationale Zusammenarbeit intensivieren. So stehen
europa- und weltweite Attac-Treffen auf dem Programm. In einem Workshop
suchen die Webmaster von Attac zudem nach Möglichkeiten, den Gebrauch
des Internets in der globalisierungskritischen Bewegung zu verbessern.

Entstanden ist das Weltsozialforum vor drei Jahren als
Gegenveranstaltung zum Weltwirtschaftsforum, das zur gleichen Zeit in
Davos stattfindet. "Während in Davos ein elitärer Zirkel unter
Ausschluss der Öffentlichkeit daran arbeitet, die neoliberale
Globalisierung von oben voranzutreiben, suchen die Menschen in Porto
Alegre nach Wegen in eine humanere, gerechtere Welt", sagte
Attac-Pressesprecher Malte Kreutzfeldt.

Auch in der Schweiz beteiligt sich Attac an Gegenveranstaltungen zum
Weltwirtschaftsgipfel. Bei der internationalen Konferenz "Das andere
Davos" diskutieren VertreterInnen globalisierungskritischer
Organisationen unter dem Motto "Vom Kasino- zum Kasernenkapitalismus" am
23. Januar in Zürich über Globalisierung und Militarisierung. An der
Podiumsdiskussion "Herausforderungen für die kapitalismuskritische
Bewegung in Zeiten des Krieges" nimmt Prof. Elmar Altvater aus Berlin
als Vertreter von Attac Deutschland teil.


Frankfurt/Porto Alegre, 21.01.03.


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