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Entschuldung, Steuerflucht und Vernetzung
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Antworten von unten auf die Globalisierung von oben
Entschuldung, Steuerflucht und Vernetzung als Schwerpunkte von Attac Deutschland beim Weltsozialforum in Porto Alegre
Zum dritten Weltsozialforum, das vom 23. bis zum 27. Januar im brasilianischen Porto Alegre stattfindet, werden mehr als 100.000 TeilnehmerInnen erwartet. Die VertreterInnen von sozialen Bewegungen, Nichtregierungsorganisationen und Gewerkschaften diskutieren die negativen Auswirkungen der neoliberalen Globalisierung, stellen Lösungsansätze für weltweite Probleme vor und bauen die internationale Zusammenarbeit aus. Zudem wird der Protest gegen den drohenden Irak-Krieg in diesem Jahr eine wichtige Rolle spielen. "Die weltweite Krise des ungezügelten Kapitalimus macht eine starke Gegenbewegung wichtiger denn je", sagte Sven Giegold vom Attac-Koordinierungskreis vor dem Abflug nach Porto Alegre.
Das globalisierungskritische Netzwerk Attac gehört zu den acht Organisationen, die das Weltsozialforum veranstalten. Aus Deutschland sind rund 30 Attac-AktivistInnen in Porto Alegre vertreten, die sich aktiv an zahlreichen Veranstaltungen beteiligen. Prof. Jörg Huffschmidt (Universität Bremen, wissenschaftlicher Beirat von Attac) spricht bei Seminaren über "Macht und Eigentum" und "Nach dem Neoliberalismus"; Prof. Ulrich Brand (Universität Kassel, wissenschaftlicher Beirat von Attac) ist Redner bei den Seminaren "Parteien, NGOs und soziale Bewegungen - verschiedene politische Logiken?" und "Biopiraterie". Peter Wahl (Attac-Koordinierungskreis) spricht bei einem großen Panel über "Empire, war and unilaterism". Sven Giegold (Attac-Koordinierungskreis) hat ein Seminar über Steuerflucht und Steueroasen organisiert, bei dem ein weltweites Netzwerk gegen Steuerflucht auf den Weg gebracht werden soll, und diskutiert mit dem BUND über weltweite Umwelt- und Sozialstandards. Pedro Morazan (Attac-Koordinierungskreis) nimmt an mehreren Diskussion über Schuldenerlass teil. Auch an Diskussionen über das WTO-Dienstleistungsabkommen GATS sind Attac-Vertreter aus Deutschland beteiligt. Zudem wollen die Attac-AktivistInnen aus unterschiedlichen Ländern in Porto Alegre ihre internationale Zusammenarbeit intensivieren. So stehen europa- und weltweite Attac-Treffen auf dem Programm. In einem Workshop suchen die Webmaster von Attac zudem nach Möglichkeiten, den Gebrauch des Internets in der globalisierungskritischen Bewegung zu verbessern.
Entstanden ist das Weltsozialforum vor drei Jahren als Gegenveranstaltung zum Weltwirtschaftsforum, das zur gleichen Zeit in Davos stattfindet. "Während in Davos ein elitärer Zirkel unter Ausschluss der Öffentlichkeit daran arbeitet, die neoliberale Globalisierung von oben voranzutreiben, suchen die Menschen in Porto Alegre nach Wegen in eine humanere, gerechtere Welt", sagte Attac-Pressesprecher Malte Kreutzfeldt.
Auch in der Schweiz beteiligt sich Attac an Gegenveranstaltungen zum Weltwirtschaftsgipfel. Bei der internationalen Konferenz "Das andere Davos" diskutieren VertreterInnen globalisierungskritischer Organisationen unter dem Motto "Vom Kasino- zum Kasernenkapitalismus" am 23. Januar in Zürich über Globalisierung und Militarisierung. An der Podiumsdiskussion "Herausforderungen für die kapitalismuskritische Bewegung in Zeiten des Krieges" nimmt Prof. Elmar Altvater aus Berlin als Vertreter von Attac Deutschland teil.
Frankfurt/Porto Alegre, 21.01.03.
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