Weltwirtschaftsforum Davos/Weltsozialforum Porto Alegre
Menschenrechte globalisieren, Unternehmen verpflichten
ai-Delegationen werden bei den Konferenzen in Davos und Porto Alegre Menschenrechtsbelange stark machen / Bedeutung der Zivilgesellschaft im Globalisierungsprozess betont / menschenrechtsorientierte Verhaltenskodizes für Unternehmen sollen rechtlich verbindlich werden
Berlin/Davos/Porto Alegre, 23. Januar 2003 - Die Menschenrechtsorganisation amnesty international (ai) hat zum Weltwirtschaftsforum (WEF) in Davos wie auch zum Weltsozialforum in Porto Alegre hochrangige Delegationen entsandt, um den Menschenrechten bei den Gesprächen von Staat, Wirtschaft und Zivilgesellschaft das nötige Gewicht zu verleihen. "Die Achtung der Menschenrechte muss globalisiert werden, aber auch die internationale Gerichtsbarkeit. Nur so können die zur Verantwortung gezogen werden, die die Menschenrechte verletzen", sagte Barbara Lochbihler, Generalsekretärin von ai Deutschland.
"Die Zivilgesellschaft und ihre Organisationen gestalten den Globalisierungsprozess und seine Auswirkungen auf die Lebensumstände der Menschen wie auf die weltweite Menschenrechtssituation wesentlich mit", erklärte Lochbihler. "Die Stimmen jener Kinder, Frauen und Männer, die auf ihren grundlegenden Rechten bestehen, müssen gehört werden, wenn wir eine globale Gesellschaft aufbauen wollen, die sich auf Gerechtigkeit und die Menschenrechte stützt."
In Davos erklärte die Generalsekretärin des Internationalen Sekretariats von ai, Irene Khan: "Menschenrechte sind kein Luxus für gute Zeiten - sie bilden die Grundlage für stabile, offene Gesellschaften, auf die die Wirtschaft angewiesen ist.„
Die internationalen Menschenrechtsstandards sind nötige rechtliche Instrumente, damit die Verantwortlichen aus Politik und Wirtschaft für die Auswirkungen ihrer Handlungen verantwortlich gemacht werden könnten. "Je größer die Macht der Unternehmen wird, desto größer wird auch ihre Verantwortung. Es ist Zeit, dass verbindliche Rechtsinstrumente über die Verantwortung der Unternehmen in Sachen Menschenrechte entstehen und dass Verhaltenskodizes nicht nur eine Frage des guten Willens sind. So wie Staaten rechtlich verpflichtet sind, die Menschenrechte einzuhalten, so sind es auch Firmen", forderte Irene Khan.
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