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ISSN 1610-0611
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"Menschenrechte sind kein Luxus f. gute Zeiten

Weltwirtschaftsforum Davos / Weltsozialforum Porto Alegre

MENSCHENRECHTE GLOBALISIEREN, UNTERNEHMEN VERPFLICHTEN

ai-Delegationen werden bei den Konferenzen in Davos und Porto Alegre
Menschenrechtsbelange stark machen / Bedeutung der Zivilgesellschaft
im Globalisierungsprozess betont / menschenrechtsorientierte
Verhaltenskodizes für Unternehmen sollen rechtlich verbindlich werden

Berlin/Davos/Porto Alegre, 23. Januar 2003 - Die
Menschenrechtsorganisation amnesty international (ai) hat zum
Weltwirtschaftsforum (WEF) in Davos wie auch zum Weltsozialforum
in Porto Alegre hochrangige Delegationen entsandt, um den
Menschenrechten bei den Gesprächen von Staat, Wirtschaft und
Zivilgesellschaft das nötige Gewicht zu verleihen. "Die Achtung der
Menschenrechte muss globalisiert werden, aber auch die internationale
Gerichtsbarkeit. Nur so können die zur Verantwortung gezogen werden,
die die Menschenrechte verletzen", sagte Barbara Lochbihler,
Generalsekretärin von ai Deutschland.

"Die Zivilgesellschaft und ihre Organisationen gestalten den
Globalisierungsprozess und seine Auswirkungen auf die Lebensumstände
der Menschen wie auf die weltweite Menschenrechtssituation wesentlich
mit", erklärte Lochbihler. "Die Stimmen jener Kinder, Frauen und
Männer, die auf ihren grundlegenden Rechten bestehen, müssen gehört
werden, wenn wir eine globale Gesellschaft aufbauen wollen, die
sich auf Gerechtigkeit und die Menschenrechte stützt."

In Davos erklärte die Generalsekretärin des Internationalen
Sekretariats von ai, Irene Khan: "Menschenrechte sind kein Luxus für
gute Zeiten - sie bilden die Grundlage für stabile, offene
Gesellschaften, auf die die Wirtschaft angewiesen ist."

Die internationalen Menschenrechtsstandards sind nötige rechtliche
Instrumente, damit die Verantwortlichen aus Politik und Wirtschaft
für die Auswirkungen ihrer Handlungen verantwortlich gemacht werden
könnten. "Je größer die Macht der Unternehmen wird, desto größer
wird auch ihre Verantwortung. Es ist Zeit, dass verbindliche
Rechtsinstrumente über die Verantwortung der Unternehmen in Sachen
Menschenrechte entstehen und dass Verhaltenskodizes nicht nur eine
Frage des guten Willens sind. So wie Staaten rechtlich verpflichtet
sind, die Menschenrechte einzuhalten, so sind es auch Firmen",
forderte Irene Khan.

In Davos stehen für deutschsprachige Interviews die stellvertretende
Generalsekretärin von ai-Schweiz,Andrea Huber (Tel. 0041 ? 079 430 14
69) und die Verantwortliche für Wirtschaft und Menschenrechte der
Schweizer ai-Sektion, Danièle Gosteli-Hauser (Tel. 0041 ? 079 769 56
53) zur Verfügung. ai-Repräsentanten für Interviews zur Verfügung.
Für Interviews mit der internationalen ai-Generalsekretärin Irene
Khan (in englischer Sprache) rufen Sie bitte Ihre Pressesprecherin
Judit Arenas an: Tel. 0044 7778 472 188.
In Berlin kann Ihnen der ai-Experte für Wirtschaft und
Menschenrechte, Dr. Mathias John, Auskunft zum Thema
menschenrechtsorientierter Verhaltenskodizes für Unternehmen geben.
Nicht-deutschsprachige Interviewpartner in Porto Alegre vermittelt
Ihnen Simona Beltrami, Tel. 0044 ? 7778 472 116.
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23.01.03


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