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ISSN 1610-0611
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Neue Studie im Vorfeld der WTO-Ministerkonferenz

WEED und Germanwatch:
„Investitionsverhandlungen in der WTO schaden Entwicklungsländern“

Neue Studie im Vorfeld der WTO-Ministerkonferenz vorgelegt

Die beiden Nichtregierungsorganisationen WEED und
Germanwatch haben wenige Tage vor Beginn der 5. Ministerkonferenz der WTO in
Cancún/Mexiko auf die Gefahren eines möglichen neuen Investitionsabkommens
in der WTO hingewiesen. In einer heute vorgelegten Studie mit dem Titel
„Investitionsverhandlungen in der WTO als Agenda des Nordens: Hört auf
unsere Worte - vergesst unsere Taten“ machen sie deutlich, warum zahlreiche
Entwicklungsländer und NROs das Drängen der EU auf einen Verhandlungsbeginn
in Cancún vehement ablehnen.

Peter Fuchs, Handelsexperte von WEED sagte: „Hinter der Politik der EU und
anderer Befürworter eines WTO-Investitionsabkommens verbirgt sich eine
ungeheure Doppelzüngigkeit: In der Vergangenheit nutzten nämlich Industrie-
und Schwellenländer Instrumente zur Regulierung ausländischer
Direktinvestitionen systematisch aus - genau dies aber wollen sie nun den
Entwicklungsländern verbieten!“

„Die Botschaft der Studie ist eindeutig“, so Marita Wiggerthale von
Germanwatch, „Ein multilaterales Investitionsabkommen in der WTO ist gegen
die Interessen der Entwicklungsländer gerichtet! Wir müssen alle Kräfte
mobilisieren, um in Cancún ein solches Abkommen zu verhindern.“

Die Autoren der Studie, der Ökonom Ha-Joon Chang von der Universität
Cambridge und Duncan Green von der Entwicklungsorganisation CAFOD, belegen
ihre These, dass ein neues WTO-Investitionsabkommen schädlich für
Entwicklungsländer sei, anhand eines detaillierten historischen Überblicks
über erfolgreiche Entwicklungsprozesse. Diese seien niemals auf Basis völlig
liberalisierter Investitionspolitik erfolgt, sondern waren geprägt vom
intelligenten Einsatz verschiedener Instrumente zur Einschränkung,
Regulierung und auch selektiven Förderung ausländischer Direktinvestitionen.
Nach dem Motto „aus der Geschichte lernen“ warnen sie Entwicklungsländer nun
vor den Gefahren eines WTO-Investitionsabkommen. Dieses würde
wirtschaftspolitische Spielräume empfindlich einschränken und es schwächeren
WTO-Mitgliedern erschweren, ihre nationalen Industrien aufzubauen.
Die Studie ist für vier Euro zu bestellen bei: WEED, Torstraße 154, 10115
Berlin, Tel. 030-275 821 63, E-mail: weed@weed-online.org oder Germanwatch,
Dr. Werner-Schuster-Haus, Kaiserstraße 201, 53113 Bonn, Tel. 0228-60492-0,
info@germanwatch.org (gegen Versandkosten).




Berlin, 29.8.2003:
Peter Fuchs, WEED
Marita Wiggerthale, Germanwatch ,

WEED - Weltwirtschaft, Ökologie & Entwicklung e.V.
Torstr. 154 - 10115 Berlin
Web: www.weed-online.org



Germanwatch
Ziegelstraße 30
Web: www.germanwatch.de



Ljiljana Djuric
Sekretariat
www.germanwatch.org
Germanwatch
Ziegelstraße 30
10117 Berlin


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