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ISSN 1610-0611
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Sklaverei und Mord in Amazonien

Greenpeace: Sklaverei und Mord in Amazonien
Neue Studie zur Zerstörung des Amazonas-Regenwaldes

Sklaverei, Mord und illegaler Holzeinschlag im großen Stil
ein heute veröffentlichter Greenpeace-Report enthüllt das
alarmierende Ausmaß der sozialen und ökologischen Konflikte im
brasilianischen Amazonas-Urwald. Der Report beschreibt die Besetzung von
bisher unberührten Urwaldgebieten im brasilianischen Bundesstaat Pará durch
ein Netzwerk aus internationalen Holzkonzernen, Politikern und lokalen
Mafia-Bossen. 25.000 Menschen müssen in Pará als Sklaven arbeiten, viele
werden auf der Flucht ermordet.

Greenpeace zeigt bis Mitte Dezember in Pará diese katastrophalen Zustände
auf und setzt sich für den Schutz des Urwaldes und die Rechte der
betroffenen Bevölkerung ein. Im Wald herrscht Krieg um Land,
Waldausbeutung und Profit um jeden Preis , sagt die Greenpeace-Waldexpertin
Sandra Pfotenhauer an Bord des Greenpeace-Schiffes Arctic Sunrise in
Belem/Brasilien. Im vergangenen Jahr wurden im Amazonas 25.000
Quadratkilometer Regenwald zerstört eine Fläche von der Größe
Mecklenburg-Vorpommerns. Wenn der Holz-Mafia nicht endlich Einhalt geboten
wird, verlieren wir die letzten tropischen Naturparadiese, den Lebensraum
für unzählige Menschen, Tiere und Pflanzen.

Pará ist die größte Holz exportierende Region des gesamten Amazonas und
verkauft tropische Hölzer auch nach Deutschland. Mehr als zwei Drittel des
Holzes wird illegal im Urwald eingeschlagen. Auf der Suche nach dem ?grünem
Gold? Mahagoni dringt die Holzindustrie illegal in Indianerland ein und
schlägt Schneisen in den Urwald. Danach werden im industriellen Maßstab
auch Soja-Plantagen und Viehweiden angelegt.

Die Umweltprobleme in Pará sind eng verbunden mit sozialer Ungerechtigkeit
und weit verbreiteter Gesetzlosigkeit. In entlegenen Gebieten des Urwaldes,
in denen die Polizei keine Kontrolle ausübt, wird die Zerstörung des
Urwalds oftmals mittels Sklaverei vorangetrieben. Mit falschen
Versprechungen werden Arbeiter in die Waldregionen gelockt und geraten in
eine Falle aus Schuldverpflichtungen und Arbeit. Die Flucht aus der
Sklaverei muss oft mit dem Leben bezahlt werden. 29 Menschen wurden im
Jahre 2002 im Zusammenhang mit der Holzmafia ermordet.

Zur Vorbereitung auf die UN-Konferenz zum Schutz von Urwäldern und Meeren
im Februar 2004 in Malaysia treffen sich nächste Woche in Montreal die
Mitgliedstaaten der Konvention für die biologische Vielfalt (CBD), um
auch über den Schutz der letzten Urwälder zu beraten. Greenpeace fordert
sie auf, Schutzgebiete einzurichten, um den dramatischen Verlust der
Artenvielfalt und die unkontrollierte Zerstörung von Urwäldern zu stoppen.
Die langfristige Zukunft von Pará sieht Greenpeace in der Kombination aus
nachhaltiger Nutzung und der Einrichtung von Schutzgebieten.



Hamburg, 3. 11. 2003
www.greenpeace.org


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