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ISSN 1610-0611
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Chronische Ölpest im Atlantik

Ein Jahr nach der Prestige-Havarie:
Chronische Ölpest im Atlantik

WWF: kritisiert mangelnde Lernbereitschaft bei spanischer Regierung

Der Untergang des Tankers Prestige vor der nordspanischen Küsten im November 2002 verursachte die bisher schwerste Ölpest in Europa. Nach Einschätzung des WWF hatte lediglich die Havarie der Exxon Valdéz 1989 vor der Küste Alaskas ein ähnlich katastrophales Ausmaß. Ein Jahr nach dem Unfall wird immer deutlicher, dass die endgültigen Kosten bei etwa fünf Milliarden Euro liegen dürften. Und die Ölpest dauert an. „Immer noch treiben mehr als 5.000 Tonnen Schweröl im Wasser. Klumpen davon stranden täglich an der kantabrischen Küste“, berichtet Raúl García, Meeresreferent beim WWF Spanien. Die Regierung beschränke sich auf die optische Säuberung der Strände. Das beruhige zwar die Leute, dem Meer helfe es wenig. Der WWF kritisiert vor allem die Geheimniskrämerei. „Die Regierung veröffentlicht nur positive Nachrichten über die Prestige“, so García. An einer objektiven Aufarbeitung habe man offensichtlich kein Interesse. Während nach der Havarie der Exxon Váldez etwa 270 Millionen Euro in die Forschung flossen, stellte man in Spanien nach dem Prestige Unfall bislang nicht einmal zehn Millionen zur Verfügung.

Der WWF erkennt an, dass man bei der Gesetzgebung Fortschritte gemacht habe. Zumindest für den Transport von besonders giftigem Schweröl dürfen Schiffe vom Typ Prestige nicht mehr eingesetzt werden, wenn sie einen EU-Hafen anlaufen wollen. Auch bei der Ausweisung von Schutzgebieten sei man einige Schritte vorangekommen.

In Galicien ist die Stimmung gespalten. Die Fischer wurden zwar relativ großzügig entschädigt, doch es ist völlig unklar, wie sich die Havarie langfristig auswirkt. Der Einbruch der Fänge nach dem Untergang der Agean Sea, die 1992 ebenfalls vor La Coruña gesunken war, wurde ausführlich analysiert. Die Daten zeigen sehr deutlich, welchen Einfluss eine Ölpest auf den Fischereisektor haben kann. Die Fänge gingen nach der Katastrophe Jahr für Jahr kontinuierlich zurück. Vor dem Unfall (1989-92) betrug der jährlich im Hafen von La Coruña angelandete Fang im Schnitt 30.000 Tonnen. Sechs Jahre danach wurden hier nur noch 10.000 Tonnen umgeschlagen. Die negativen Auswirkungen des Unfalls von 1992 waren noch nicht überwunden als die Prestige sank.

Bis die Folgen des Unfalls überwunden sind, wird noch mindestens ein Jahrzehnt vergehen. Damit sich die Natur erholen kann, müssen die richtigen Schlüsse aus dem Unfall gezogen werden. Nach Einschätzung des WWF bleibt hier noch einiges zu tun. „Viele Maßnahmen waren vor allem kosmetischer Natur. Eine Menge Öl hat sich inzwischen auf dem Meeresboden abgelagert. Diese verborgenen Ölteppiche gilt es zu identifizieren und genau zu beobachten. Nur so lässt sich der künftige Schäden begrenzen“, betont Raúl García vom WWF.


Weitere Informationen:
http://www.wwf.de


Berlin, 03.11.2003:
Jörn Ehlers, Pressestelle WWF Deutschland
WWF Deutschland
Rebstöcker Straße 55
60326 Frankfurt


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