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ISSN 1610-0611
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Ein Jahr nach der Prestige-Havarie:

Die Schuldigen zur Kasse bitten

WWF fordert volle Haftung bei Schiffsunfällen Vor einem Jahr havarierte der Tanker Prestige vor der nordspanischen Küste. Es war der Auftakt zur bisher schwersten Ölpest in Europa: Mehr als 250.000 tote Seevögel und Kosten in Höhe von mindestens fünf Milliarden Euro, so die vorläufige Bilanz des WWF. „Bezahlen wird diese Rechnung wieder einmal die Allgemeinheit, während sich bestimmte Reeder und Ölgesellschaften mit vergammelten Tankern eine goldene Nase verdienen“, kritisiert Hans-Ulrich Rösner vom WWF Deutschland die gängige Praxis. Die Naturschützer fordern volle Haftungspflicht bei Schiffsunfällen. Sämtliche Umweltschäden müssen von den Verursachern selbst, also von den Ölgesellschaften und ihren Versicherern, beglichen werden.

Bisher sind die Versicherungssummen für Schiffsunfälle nach oben gedeckelt. So wurden in der Praxis bei Ölunfällen nur ein Bruchteil der

Kosten gedeckt. Die meisten Schäden gingen zu Lasten der Natur, der betroffenen Menschen und der Steuerzahler. Über diese Pflichtversicherung hinaus gibt es zwar einen Entschädigungsfonds der Ölgesellschaften, aber auch der deckte in der Vergangenheit nur einen Bruchteil der Kosten, im Fall der Prestige 175 Millionen Euro. Aufgrund einer Initiative der EU-Kommission wird sich dieser Fonds in Zukunft voraussichtlich auf eine Milliarde Euro erhöhen. Dies ist zwar ein Fortschritt, aber schon im Fall der Prestige hätte auch hierdurch nur ein Fünftel der Kosten gedeckt werden können. Der WWF fordert, einen Ausgleich für die Schäden in der Natur ebenso wie alle Kosten für die Helfer in die Schadensbilanz aufzunehmen. Entschädigt werden müssen auch sämtliche Ausfälle für andere Wirtschaftszweige, etwa für Fischerei und Tourismus.

Nach Einschätzung des WWF werden sich Öl-Katastrophen auf See nur allzu leicht wiederholen, solange das Verursacherprinzip dort nicht

konsequent durchgesetzt wird und die Verantwortlichen nicht an ihrer empfindlichsten Stelle, dem Geld, gepackt werden. Die Umweltschützer fordern, weltweit eine nach oben unbegrenzte Haftpflicht für Seetransporte einzuführen. WWF-Experte Rösner: „Erst wenn den Reedern die Versicherungen im Nacken sitzen und nur sichere Schiffe noch günstige Prämien bekommen können, werden auch marktwirtschaftliche Anreize dafür sorgen, dass die Verantwortlichen unsichere Schiffe aus dem Verkehr ziehen.“




Frankfurt a. M., 12.11.2003
http://www.wwf.de/
Hans-Ulrich Rösner, WWF-Fachbereich Meere und Küsten
Jörn Ehlers, Pressestelle WWF-Deutschland


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