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ISSN 1610-0611
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Bäriger Gruß an Wladimir Putin

Deutsch-Russische Kulturbegegnungen: Bäriger Gruß an Wladimir Putin

WWF drängt Russland zur zügigen Ratifizierung des Kyoto-Protokolls

Die Umweltstiftung WWF fordert den russischen Präsidenten Wladimir Putin auf, das Kyoto-Protokoll umgehend zu unterzeichnen. Am Rande der Deutsch-Russischen Kulturbegegnungen in Berlin erinnerten WWF-Aktivisten in Eisbärkostümen den Präsident Putin an seine Zusagen in Sachen Klimaschutz. Russland hatte die Ratifizierung des Klimaschutzabkommens mehrfach angekündigt und zuletzt beim Weltgipfel in Johannesburg im Herbst 2002 zugesagt. „Passiert ist bislang wenig. Die Welt wartet auf Putin,“ so Regine Günther vom WWF. Nur wenn der russische Präsident unterschreibe, könne der Vertrag endlich in Kraft treten.“

Damit das Kyoto-Abkommen gültig wird, müssen mindestens 55 Staaten den Vertrag ratifizieren. Diese Bedingung wurde inzwischen erfüllt: 104 Staaten haben
inzwischen unterzeichnet. Doch erst wenn Russland mitmacht, wird das Protokoll zu einem völkerrechtlich verbindlichen Vertrag. Denn damit das Protokoll in Kraft tritt, müssen Länder an Bord sein, die gemeinsam für mindestens 55 Prozent der 1990 in den Industrieländern ausgestoßenen Kohlendioxidemissionen verantwortlich waren. Derzeitiger Stand: rund 44 Prozent. Nachdem Länder wie Kanada und Japan, die sich mit dem Kyoto-Protokoll lange sehr schwer getan haben, den Vertrag ratifizierten, fehlt nur noch Russland.

Der WWF weist darauf hin, dass sich durch die Ratifizierung erhebliche Chancen für die russische Industrie, z.B. für die Gaswirtschaft, ergäben. Die Industrie
könne in großem Maß vom so genannten „Joint Implementation“ profitieren. Dabei geht es darum, dass andere Industrieländer in Russland in Projekte zur Emissionsreduktion investieren könnten. Russland würde seine Energie sauberer erzeugen, während die ausländischen Unternehmer die eingesparten Emissionen auf ihre eigenen Klimaschutzziele anrechnen könnten.

Die Naturschützer verlangten vom russischen Präsidenten die Ratifizierung zu beschleunigen. Um ihrer Forderung Nachdruck zu verleihen, postierten sich die
WWF-Aktivisten vor einem Symbol für den Klimawandel: Vor einem vier Meter großen aufblasbaren Eisbären entrollten sie ein Banner mit der deutsch-russischen Forderung „Jetzt Ja zu Kyoto Herr Putin!“
„Uns läuft die Zeit davon“, fürchtet Regine Günther vom WWF. Da nächstes Jahr in Russland Präsidentenwahlen anstehen, müsse die Ratifizierung im Frühjahr unter Dach und Fach gebracht werden. Ansonsten werde der internationale Klimaschutz um mehr als ein Jahr zurückgeworfen.



Regine Günther, Referat Klimaschutz beim WWF Deutschland
Jörn Ehlers, Pressestelle WWF Deutschland

WWF Deutschland
Rebstöcker Straße 55
60326 Frankfurt

Berlin, 09.02.2003.


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