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ISSN 1610-0611
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"Betreten Verboten - Deni-Land"

Greenpeace feiert mit Amazonas-Indianern die Sicherung ihres
Stammesgebietes

- Die Kampagne der Umweltorganisation
Greenpeace zum Schutz der letzten Urwaelder feiert heute einen grossen
Erfolg: Den Deni-Indianern ist es endlich gelungen, dass ihr
Stammesgebiet im Herzen des Amazonas-Regenwaldes auch als ihr Besitz
anerkannt wird. Nach 18 Jahren sind die Grenzen ihres 15 000
Quadratkilometer grossen Territoriums markiert und erfasst. Durch die
staatliche Anerkennung der Landesgrenzen wird das Indianerland nun vor
den Abholzungen durch Holzfirmen besser geschuetzt.

Die Deni, ein nur 2400 Personen zaehlendes Volk, leben abgeschieden
und naturnah im Regenwald. Vor vier Jahren hat ein internationales
Greenpeace-Team, auch mit deutscher Teilnahme, damit begonnen, die
Deni bei der beschwerlichen Markierung ihres Landes zu unterstuetzen.
Gemeinsam wurde ein Grenzstreifen von 53 Kilometern Laenge durch den
dichten Dschungel geschlagen, zusaetzlich wurden 218 Kilometer entlang
der angrenzenden Flussufer markiert. Entlang dieses Streifens stehen
jetzt Schilder: "Betreten verboten - Deni Land".

"Der Kampf der Deni ist ein Beispiel fuer die Entschlossenheit
indigener Voelker, ihren Lebensraum gegen industrielle Interessen und
Umweltzerstoerung zu verteidigen", sagt Thomas Henningsen, Wald-
Experte von Greenpeace Deutschland: "Der Schutz des Gebietes ist auch
ein grosser Erfolg fuer alle, die weltweit gegen die zunehmende
Zerstoerung der letzten Urwaelder kaempfen". Satellitenbilder vom
brasilianischen Amazonas belegen die zunehmende Abholzung in weiten
Teilen des Waldes. Zwischen August 2001 und August 2002 wurden etwa
25.500 Quadratkilometer Regenwald zerstoert - 40 Prozent mehr als im
Vorjahr. Insgesamt ist eine Waldflaeche von der Groesse Belgiens
verschwunden.

1985 entschlossen sich die Deni, ihr Land vor unkontrolliertem Raubbau
und Brandrodung zu schuetzen. Die staatlichen Auflagen zur
Grenzmarkierung sind streng: von Land, Wasser und aus der Luft muessen
die Grenzen eindeutig zu erkennen sein. Nur dann wird der
Besitzanspruch der Deni anerkannt. Und die Zeit draengte: Ein Teil des
Deni-Landes war ohne ihr Wissen von privater Hand verkauft worden.
1999 recherchierte Greenpeace zudem, dass der malaysische Holzgigant
WTK beabsichtigte, 3 130 Quadratkilometer Wald im Amazonas zu
erwerben, um dort Bauholz zu produzieren. Die Haelfte des zum Verkauf
stehenden Landes befand sich im Deni-Territorium. Zum Schutz ihres
Landes baten die Deni Greenpeace um Unterstuetzung. Greenpeace
startete eine Kampagne gegen die Uebersee-Geschaefte von WTK. WTK trat
schliesslich oeffentlich von seinen geplanten Investitionen im
Amazonas zurueck.

Mit der Markierung ihres Landes haben die Deni nicht nur die
offizielle Anerkennung ihrer Landesgrenzen erreicht, sondern auch das
Recht, Eindringlinge zu vertreiben - egal ob diese es auf Holz, Oel
oder Gold abgesehen haben. Das unveraeusserliche Recht der Deni am
Wald steht jetzt unter dem Schutz des Bundesstaates und kann
gerichtlich eingefordert werden.


_______________________________________________
Amazonas/Hamburg, 6. August 2003

www.greenpeace.org


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