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ISSN 1610-0611
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Internationaler Aktionstag gegen Lachsfarmen

Forest Action Network:
15.1.03 Internationaler Aktionstag gegen Lachsfarmen an der kanadischen Westküste

Internationaler Aktionstag gegen Lachsfarmen an der kanadischen Westküste
Lachsindustrie bedroht Wildlachse und Subsistenzwirtschaft der Heiltsuk- und
Nuxalk-Indianer

Heute protestieren Umweltorganisationen in mehreren Ländern zusammen mit
indianischen Völkern und Fischern gegen den Bau weiterer Lachsfarmen an der
Westküste Kanadas. In Hamburg überreichte eine Delegation von ROBIN WOOD,
urgewald, Arbeitskreis nördliche Urwälder und des kanadischen Forest Action
Network eine Protestnote an Den norske Bank (DnB). Die Bank finanziert
Lachsfarmen des Fischfarmkonzerns Pan Fish auf dem Gebiet der Nuxalk- und
Heiltsuk-Indianer.

Die Expansionspläne der Lachs-Industrie bedrohen Wildlachsbestände und die
Subsistenzwirtschaft der Nuxalk- und Heiltsuk-Indianer, die traditionell vom
Lachsfang leben. Gegen den erklärten Willen beider Völker baut das
Unternehmen Omega Salmon, Tochterkonzern der norwegischen Branchengröße Pan
Fish, eine rund neun Millionen teure Lachsaufzuchtstation auf dem Land der
Indianer. Heiltsuk und Nuxalk fordern einen sofortigen Baustopp der Anlage.
Parallel zu den Protesten an der Baustelle vor Ort (Ocean Falls) finden
heute Solidaritätsaktionen in Vancouver, Seattle, Campbell River
(Hauptgeschäftssitz von Omega Salmon in British Kolumbien, Kanada), Hongkong
und Hamburg statt.

Atlantischer Farmlachs, der natürlicherweise im Pazifik nicht vorkommt,
stört das Ökosystem. Die industrielle Zucht belastet die Gewässer mit
Düngemitteln, Pestiziden und Antibiotika. Außerdem werden die Landrechte
indianischer Völker beim Bau von Lachsfarmen regelmäßig verletzt.

"Unsere Existenz ist wieder bedroht. Die weißen Siedler brachten Krankheiten
wie Pocken und Tuberkulose, die unser Volk dahingerafft haben. Nun wollen
sie dasselbe unseren Lachsen antun", sagt Nuximlayc, Stammessprecher der
Nuxalk, die ebenso wie die Heiltsuk traditionell den Beinamen "Salmon People
" ("Lachsvölker") tragen.

"Während Kanada als Unterzeichner der Biodiversitäts-Konvention darauf
dringt, Maßnahmen gegen die Ausbreitung von eingeschleppten Arten zu
ergreifen, genehmigt die Fischereibehörde die gezielte Einführung
atlantischer Farmlachse im Pazifik", sagt Solveig Lubeley, Biologin und
Mitglied des Forest Action Network (FAN), die im letzten Jahr mehrere Monate
bei den Nuxalk verbrachte. "Es ist unverantwortlich, für billigen Zuchtlachs
auf den Speisezetteln in Europa, den USA und Japan das Überleben der
Wildlachspopulationen und der von ihnen abhängigen indianischen Völkern zu
gefährden."

Redaktionen: Umwelt/Wirtschaft/Ausland
ROBIN WOOD Info 15.1.03

Pressemitteilung von
Forest Action Network * ROBIN WOOD * urgewald * Arbeitskreis nördliche Urwälder



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