Forest Action Network: 15.1.03 Internationaler Aktionstag gegen Lachsfarmen an der kanadischen Westküste
Internationaler Aktionstag gegen Lachsfarmen an der kanadischen Westküste Lachsindustrie bedroht Wildlachse und Subsistenzwirtschaft der Heiltsuk- und Nuxalk-Indianer
Heute protestieren Umweltorganisationen in mehreren Ländern zusammen mit indianischen Völkern und Fischern gegen den Bau weiterer Lachsfarmen an der Westküste Kanadas. In Hamburg überreichte eine Delegation von ROBIN WOOD, urgewald, Arbeitskreis nördliche Urwälder und des kanadischen Forest Action Network eine Protestnote an Den norske Bank (DnB). Die Bank finanziert Lachsfarmen des Fischfarmkonzerns Pan Fish auf dem Gebiet der Nuxalk- und Heiltsuk-Indianer.
Die Expansionspläne der Lachs-Industrie bedrohen Wildlachsbestände und die Subsistenzwirtschaft der Nuxalk- und Heiltsuk-Indianer, die traditionell vom Lachsfang leben. Gegen den erklärten Willen beider Völker baut das Unternehmen Omega Salmon, Tochterkonzern der norwegischen Branchengröße Pan Fish, eine rund neun Millionen teure Lachsaufzuchtstation auf dem Land der Indianer. Heiltsuk und Nuxalk fordern einen sofortigen Baustopp der Anlage. Parallel zu den Protesten an der Baustelle vor Ort (Ocean Falls) finden heute Solidaritätsaktionen in Vancouver, Seattle, Campbell River (Hauptgeschäftssitz von Omega Salmon in British Kolumbien, Kanada), Hongkong und Hamburg statt.
Atlantischer Farmlachs, der natürlicherweise im Pazifik nicht vorkommt, stört das Ökosystem. Die industrielle Zucht belastet die Gewässer mit Düngemitteln, Pestiziden und Antibiotika. Außerdem werden die Landrechte indianischer Völker beim Bau von Lachsfarmen regelmäßig verletzt.
"Unsere Existenz ist wieder bedroht. Die weißen Siedler brachten Krankheiten wie Pocken und Tuberkulose, die unser Volk dahingerafft haben. Nun wollen sie dasselbe unseren Lachsen antun", sagt Nuximlayc, Stammessprecher der Nuxalk, die ebenso wie die Heiltsuk traditionell den Beinamen "Salmon People " ("Lachsvölker") tragen.
"Während Kanada als Unterzeichner der Biodiversitäts-Konvention darauf dringt, Maßnahmen gegen die Ausbreitung von eingeschleppten Arten zu ergreifen, genehmigt die Fischereibehörde die gezielte Einführung atlantischer Farmlachse im Pazifik", sagt Solveig Lubeley, Biologin und Mitglied des Forest Action Network (FAN), die im letzten Jahr mehrere Monate bei den Nuxalk verbrachte. "Es ist unverantwortlich, für billigen Zuchtlachs auf den Speisezetteln in Europa, den USA und Japan das Überleben der Wildlachspopulationen und der von ihnen abhängigen indianischen Völkern zu gefährden."
Redaktionen: Umwelt/Wirtschaft/Ausland ROBIN WOOD Info 15.1.03
Pressemitteilung von Forest Action Network * ROBIN WOOD * urgewald * Arbeitskreis nördliche Urwälder
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