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ISSN 1610-0611
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Kein Umschlag aus Kahlschlag

Greenpeace-Protest bei der Post-Hauptversammlung in Koeln

- Vor den versammelten Aktionaeren der Deutschen Post AG
in Koeln haben Greenpeace-Aktivisten heute Vormittag gegen die Zerstoerung
der letzten Urwaelder in Finnland protestiert. Es gelang ihnen, waehrend
der Rede des Vorstandsvorsitzenden Dr. Klaus Zumwinkel in der Koeln Arena
ein zuvor als Rock getarntes Banner zu entrollen mit der Forderung
"Urwaelder zu Briefumschlaegen - Schluss damit". Seit den ersten Protesten
Mitte April hat die Post nicht die Forderung von Greenpeace umgesetzt, fuer
ihre Briefumschlaege kein Papier mehr zu verwenden, fuer das die letzten
Urwaelder Finnlands gerodet werden.

"Die Post muss sich endlich ihrer Verantwortung fuer die Umwelt stellen.
Sie darf keine Briefumschlaege mehr verkaufen, fuer die finnische Urwaelder
zerstoert werden", sagt Greenpeace-Waldexperte Oliver Salge. "Statt des
Urwaldpapiers sollte die Post besser Recyclingware kaufen."

Bei Gespraechen mit Greenpeace hatte sich die Post zwar aufgeschlossen
gezeigt und zugesagt, mit den Herstellern der Umschlaege zu reden. Aber
bislang verzichtet sie nicht auf die umstrittenen Papierprodukte.

Hergestellt werden die von der Post gehandelten Briefumschlaege von den
Firmen Herlitz und Bong, den groessten deutschen Produzenten dieser Ware.
Herlitz und Bong beziehen das Papier unter anderem von Europas groesstem
Papierhersteller Stora Enso in Finnland. Der Konzern ist massgeblich an der
Abholzung der letzten finnischen Urwaelder beteiligt, da er der wichtigste
Kaeufer von Urwaldholz ist, das der staatliche finnische Forstbetrieb
einschlaegt.

Von den einstmals grossen Urwaeldern in Finnland hat nur ein geringer Teil
ueberlebt. Lediglich knapp die Haelfte der verbliebenen 10.000
Quadratkilometer (das entspricht ungefaehr den Waldgebieten Hessens) ist
bisher geschuetzt. Die Urwaelder sind eine Existenzgrundlage der Samen, den
traditionellen Einwohnern Nord-Finnlands. Ohne Urwaelder koennen sie ihre
Rentierzucht nicht mehr betreiben. Die Urwaelder sind zudem Lebensraum
seltener Tiere und Pflanzen. Ueber 500 verschiedene Arten sind durch die
Abholzung bedroht.




Koeln, 5. 6. 2003
Oliver Salge,
Pressesprecherin Carmen Ulmen

Internet: www.greenpeace.de/urwald.




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