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Kein Umschlag aus Kahlschlag
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Greenpeace-Protest bei der Post-Hauptversammlung in Koeln
- Vor den versammelten Aktionaeren der Deutschen Post AG in Koeln haben Greenpeace-Aktivisten heute Vormittag gegen die Zerstoerung der letzten Urwaelder in Finnland protestiert. Es gelang ihnen, waehrend der Rede des Vorstandsvorsitzenden Dr. Klaus Zumwinkel in der Koeln Arena ein zuvor als Rock getarntes Banner zu entrollen mit der Forderung "Urwaelder zu Briefumschlaegen - Schluss damit". Seit den ersten Protesten Mitte April hat die Post nicht die Forderung von Greenpeace umgesetzt, fuer ihre Briefumschlaege kein Papier mehr zu verwenden, fuer das die letzten Urwaelder Finnlands gerodet werden.
"Die Post muss sich endlich ihrer Verantwortung fuer die Umwelt stellen. Sie darf keine Briefumschlaege mehr verkaufen, fuer die finnische Urwaelder zerstoert werden", sagt Greenpeace-Waldexperte Oliver Salge. "Statt des Urwaldpapiers sollte die Post besser Recyclingware kaufen."
Bei Gespraechen mit Greenpeace hatte sich die Post zwar aufgeschlossen gezeigt und zugesagt, mit den Herstellern der Umschlaege zu reden. Aber bislang verzichtet sie nicht auf die umstrittenen Papierprodukte.
Hergestellt werden die von der Post gehandelten Briefumschlaege von den Firmen Herlitz und Bong, den groessten deutschen Produzenten dieser Ware. Herlitz und Bong beziehen das Papier unter anderem von Europas groesstem Papierhersteller Stora Enso in Finnland. Der Konzern ist massgeblich an der Abholzung der letzten finnischen Urwaelder beteiligt, da er der wichtigste Kaeufer von Urwaldholz ist, das der staatliche finnische Forstbetrieb einschlaegt.
Von den einstmals grossen Urwaeldern in Finnland hat nur ein geringer Teil ueberlebt. Lediglich knapp die Haelfte der verbliebenen 10.000 Quadratkilometer (das entspricht ungefaehr den Waldgebieten Hessens) ist bisher geschuetzt. Die Urwaelder sind eine Existenzgrundlage der Samen, den traditionellen Einwohnern Nord-Finnlands. Ohne Urwaelder koennen sie ihre Rentierzucht nicht mehr betreiben. Die Urwaelder sind zudem Lebensraum seltener Tiere und Pflanzen. Ueber 500 verschiedene Arten sind durch die Abholzung bedroht.
Koeln, 5. 6. 2003 Oliver Salge, Pressesprecherin Carmen Ulmen
Internet: www.greenpeace.de/urwald.
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Biologische Vielfalt und Armutsminderung | KlimaKompakt Nr. 27
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