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McPlanet-Kongress
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Von 27. bis 29. Juni findet der McPlanet-Kongress an der Technischen Universität (TU) in Berlin statt. Bei über 100 Veranstaltungen soll das Thema Umwelt und Globalisierung beleuchtet und mit prominenten Gästen aus der globalisierungskritischen Bewegung weltweit diskutiert werden. "Brot für die Welt" beteiligt sich mit Partnern aus Sri Lanka und Indien an drei Veranstaltungen:
* Workshop: "Kampf um die Ressource Wasser anhand des Beispiels Südafrika" Samstag, 28. Juni, 11:30 bis 13:30 Uhr, Raum H 3004
* Forum: "Der Konflikt um den Wasserhahn: Der globale Trend zur Wasserprivatisierung" Samstag, 28. Juni, 15:30 bis 17:00 Uhr, Raum MA 004
* Workshop: "GATS und Wasser - EU bedroht nachhaltige Wasserpolitik" Sonntag, 29. Juni, 9:30 bis 11:30 Uhr, Raum E-N 189
Sarath Fernando, Gründer der "Brot für die Welt"-Partnerorganisation "Bewegung für eine nationale Land- und Agrarreform" (MONLAR) aus Sri Lanka. MONLAR setzt sich für eine nachhaltige, kleinbäuerliche Landwirtschaft ein. Fernando ist zudem einer der Sprecher der "Allianz zur Verteidigung der Menschenrechte und nationalen Ressourcen", die gegen die Privatisierung der Wasserversorgung in Sri Lanka kämpft.
Hilda Grace, Koordinatorin der indischen "Brot für die Welt"-Partneroranisation "Zentrum für ländliche Studien und Entwicklung" (CRSD), die sich für die ländliche Dalit-Bevölkerung ("Unberührbare") einsetzt. "Brot für die Welt" unterstützt seit 1996 ein regionales Wasser Programm (Watershed Management Programm), in dem CRSD zusammen mit der lokalen Bevölkerung in trockenen Gebieten ganzjährig die Trinkwasserversorgung wieder herstellt.
Danuta Sacher, Leiterin des Teams Advocacy und Kampagen bei "Brot für die Welt". Sie koordiniert "Brot für die Welt"-Kampagne "MenschenRecht Wasser".
Ute Dilg __________________________________________________ BROT FÜR DIE WELT - Öffentlichkeitsarbeit und Werbung Pressereferentin Stafflenbergstr. 76, 70184 Stuttgart Postfach 10 11 42, 70010 Stuttgart Website: http://www.brot-fuer-die-welt.de __________________________________________________ Brot für die Welt: Ein Stück Gerechtigkeit
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„Brot für die Welt“-Partnerorganisation MONLAR in Sri Lanka:
Zweifel an der Armutbekämpfungsstrategie der Regierung und der Weltbank
Seit Mitte der siebziger Jahre orientiert sich Sri Lanka an einer Politik, die stark durch die Weltbank und den Internationalen Währungsfonds vorgegeben wird. Privatisierungen und moderne Infrastruktur sollen das Land für ausländische Investoren attraktiver machen. Immer häufiger wurde Land an internationale Konzerne für den Anbau von Zuckerrohr oder Tabak vergeben. Den Bauernfamilien, die das Land bisher bewirtschafteten, blieb nur noch, für die Agrarkonzerne zu arbeiten oder das „Feld zu räumen„. „Die Öffnung des Marktes„, schreibt die srilankische Partnerorganisation MONLAR an „Brot für die Welt„, „hat auch nach über 20 Jahren keines der grossen Probleme Sri Lankas lösen können.„ MONLAR wurde 1990 als Netzwerk gegründet, das über die negativen Auswirkungen der Strukturanpassungsprogramme der Weltbank informiert und sich für die Rechte der Kleinbauern einsetzt. Durch den Zusammenschluss können sie ihren Forderungen mehr Nachdruck verleihen. MONLAR betreibt seit Jahren ein Informationszentrum für Landbau, das umweltfreundliche u nd kostengünstige Anbaumethoden ausarbeitet und an die Bauernfamilien weitergibt. Mit Hilfe des Zentrums wurden innerhalb eines Jahres über 200 Hausgärten angelegt, um die Ernährung der Familien zu verbessern. Ausserdem verbreitet das Zentrum eine Anbaumethode für Reis, die mit weniger Wasser, weniger Saatgut und ohne chemische Pestizide die Produktionskosten der Kleinbauern um etwa die Hälfte verringert bei fast gleichbleibendem Ertrag. Auch eine mehrmonatige Multiplikatoren-Ausbildung für agrargiftfreie Schädlingskontroll-Methoden wird in Zusammenarbeit mit anderen Organisationen angeboten. Im Jahr 2000 wurde ein Gesetzentwurf zur Privatisierung des Wassers bekannt, den MONLAR als neue Bedrohung der Kleinbauern bewertet. Der Gesetzentwurf sieht einschneidende Veränderungen für die ländlichen Gebiete vor. Die Bauern sollen verkäufliche Wasserrechte vom Staat erwerben. Dies löst bei den Kleinbauern Angst davor aus, dass sie sich das Wasser für ihre Felder nicht mehr leisten und so gezwungen sein könnten, ihr Land zu verkaufen. Gleichzeitig widerspricht dieses Konzept diametral dem traditionellen Umgang mit Wasser in den ländlichen Gebieten Sri Lankas. Die Bauern fühlen sich als Erben und Hüter eines jahrtausendealten Teich- und Kanalsystems, das ihnen ganzjährig die Wasserversorgung für Landwirtschaft und Haushalt sicherte. Sie sind fassungslos darüber, dass der Staat ihnen die traditionellen Rechte nehmen und danach wieder verkaufen will. Ein Sturm der Entrüstung kam nach Bekanntwerden der Pläne auf, und MONLAR erreichte gemeinsam mit einer breiten Allianz, dass das Parlament auf die Verabschiedung des Gesetzvorschlags verzichtete. Doch die Privatisierungsabsichten sind nicht aufgegeben, sondern finden sich nun in der Armutsbekämpfungsstrategie wieder, die die Weltbank von Sri Lanka einforderte. „Dieses Dokument existiert nicht einmal in den Landessprachen, und trotzdem behauptet die Regierung, sie habe es mit der srilankischen Gesellschaft konsultiert„, kritisiert MONLAR und versichert: „Das letzte Wort in dieser Angelegenheit ist noch nicht gesprochen.„
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„Brot für die Welt„-Partnerorganisation CRSD in Indien:
Wassernutzung über Kastengrenzen hinweg gemeinsam planen
Watershed Management hat ganze Landstriche in Indien neu ergrünen lassen und wird inzwischen auch vom Staat gefördert. Vorreiter dieser Entwicklung waren Nichtregierungsorganisationen wie zum Beispiel die „Brot für die Welt„-Partnerorganisationen CRSD und KRUSHI, die in einer der ärmsten Regionen des zentralindischen Bundesstaats Andhra Pradesh tätig sind. Der geringe und unzuverlässige Regenfall (ca. 500 mm in nur 1-2 humiden Monaten im Jahr) hat hier immer wieder zu Ernteausfällen und Hungersnöten geführt. Was das Watershed Programm in Rayalaseema, dem „Land der Steine„ und in Roppam bewirkt hat, lässt sich im Vergleich zum gegenüberliegenden Hang außerhalb des Projektgebietes ermessen: Selbst nach der Regenzeit ist er braun. Dort wächst kein Baum oder Strauch mehr. Tiefe Erosionsrinnen zeugen von der ungebremsten Talfahrt des Regenwassers.
Für den englischen Begriff „Watershed„, der eine ökologische und soziale Einheit beschreibt, gibt es keine deutsche Entsprechung. Geographisch umfasst ein Watershed das Land in einem Wassereinzugsgebiet, vom Bergrücken bis zum Austritt des Stroms in die Ebene. Das Hauptziel von Watershed Management ist, das Wasser dort zu halten, wo es als Regen auf die Erde trifft. Besonders in den höheren Regionen vieler Wassereinzugsgebiete, die sich für den Ackerbau nicht eignen, wurde bisher wenig unternommen, um den Abfluss des Regenwassers zu bremsen. So gräbt es in der Regenzeit tiefe Rinnen in die Landschaft und reißt als Sturzbach die fruchtbare Humusschicht von den niedriger liegenden Feldern mit ins Tal. In den Watershed Programmen wird vom Hügelkamm beginnend das gesamte Land befestigt, mit Gräben entlang der Höhenlinien und mit Pflanzen, deren Wurzeln tief in die Erde reichen. Schrittweise arbeitet man sich talwärts, füllt Erosionsrinnen auf und legt Regenwassersammelbecken an. In Zusammenarbeit mit einem Ingenieur führen die Bauern die meisten Befestigungsarbeiten selbst aus und nutzen dabei ihr traditionelles Wissen über die Bodenbeschaffenheit und die Wege des Wassers.
Watersheds sind aber auch soziale Einheiten aus einer oder mehreren Gemeinden, deren Einwohner aus den Äckern, Bäumen und Bächen des Wassereinzugsgebietes ihren Lebensunterhalt erwirtschaften. Die eigentliche Herausforderung des Watershed Managements besteht darin, diese Menschen zur Zusammenarbeit zu motivieren und die Beteiligung der verschiedenen Interessensgruppen sicherzustellen. Das ist nicht einfach in dieser noch stark vom Kastenwesen geprägten Region Indiens, in der CRSD und KRUSHI das Watershed Programm durchführen. Hier leben viele Dalits, die als sogenannte „Unberührbare„ im Alltag vielfältigen Diskriminierungen durch Mitglieder höherer Kasten ausgesetzt sind. Sie besitzen häufig kein eigenes Land, sondern versuchen den trockenen Steilhängen im oberen Bereich des Wassereinzugsgebiets etwas Essbares abzutrotzen. Da Watershed Management hier am schnellsten Erfolge zeigt, lassen sich die landlosen Nutzer der Berghänge leicht für das Programm gewinnen. Weitaus schwieriger sind die höherkastigen Landbesitzer im Tal davon zu überzeugen, dass auch sie davon profitieren, wenn sie zusammen mit den Landlosen planen, mit welchen Maßnahmen möglichst viel Wasser im gemeinsam genutzten Watershed zurückgehalten werden kann.
KRUSHI und CRSD nehmen sich vor dem Beginn der Landbefestigungsarbeiten mindestens ein Jahr lang Zeit, um das Bewusstsein der Menschen zu schärfen und sie zur Mitarbeit zu motivieren. Neben den technischen Aspekten des Watershed Management stehen auch sensible Fragen nach Landrechten und den Beziehungen zwischen den Geschlechtern auf der Tagesordnung. Straßentheater in den Dörfern hat sich hierbei als Methode bewährt. Anhand der Rollenspiele kam zum Beispiel Dalit-Männern die Erkenntnis, dass ihre Frauen innerhalb der Familie ähnlich unterdrückt werden wie im öffentlichen Raum alle Kastenlosen, unabhängig von ihrem Geschlecht. Daher waren sie einverstanden, dass im Watershed Programm Frauen die gleiche Beteiligung und Bezahlung eingeräumt wird wie Männern.
Frauen, die traditionell für das Wasserholen zuständig sind, profitieren auf vielfältige Weise von den Watershed Programmen. Zum einen verringert sich ihre Arbeitsbelastung, sobald Brunnen und Rückhaltebecken in der Nähe ihrer Felder und Häuser wieder Wasser führen. Außerdem machen es Organisationen wie CRSD und KRUSHI zur Bedingung für die Aufnahme der Projektarbeit, dass die Hälfte der Mitglieder des Dorfkomitees weiblich sind. Sie kümmern sich insbesondere um Randgruppen wie Landlose oder Witwen, klären sie über ihre Rechte auf und bevorzugen sie bei der Vergabe von Jobs im Watershed Programm. Wenn brachliegendes Land in der Gegend erfolgreich beansprucht werden kann, werden häufig Frauen ins Grundbuch eingetragen, was in Indien nach wie vor eine Ausnahme darstellt. Durch den Aufbau von Spargruppen bekommen Frauen Zugang zu Krediten, können sich so zum Beispiel mit einer Kleintierzucht oder einem Laden ein zusätzliches Einkommen schaffen und ihren Status im Dorf weiter verbessern.
Die Dorfbewohner erzählen, welche Vorteile ihnen das Watershed Programm außer einer besseren Ernte noch gebracht hat: Zunächst haben die technischen Arbeiten zur Befestigung des Landes Arbeitsplätze geschaffen und so einige junge Leute im Dorf gehalten, die sonst in die Stadt abgewandert wären. Dank der verbesserten Wassersituation kann nun mehr Land intensiver landwirtschaftlich genutzt werden, was einer größeren Zahl von Menschen ein Einkommen verschafft. Inzwischen hat jedes Haus eine Toilette, und die Familien können es sich leisten, ihre Kinder zur Schule zu schicken. Seit die Brunnen wieder Wasser führen und die neu gepflanzten Bäume Feuerholz liefern, gibt es nicht mehr so viel Streit um diese wichtigen Ressourcen. Die Arbeiten im Watershed haben ein Gemeinschaftsgefühl erzeugt, das bei der monatlichen Versammlung des Komitees spürbar ist.
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KlimaKompakt Nr. 27 | Nordsee wird immer mehr zur Atommuellkippe Europas
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