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ISSN 1610-0611
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Nordsee wird immer mehr zur Atommuellkippe Europas

OSPAR: Verseuchung der Meere stoppen, Windkraft foerdern

Greenpeace fordert sofortiges Verbot aller radioaktiven Einleitungen und
oekologische Kriterien fuer Offshore-Wind - Windpark Butendiek legt neues
Angebot vor

- Die Nordsee wird immer mehr zur
Atommuellkippe Europas. Davor hat Greenpeace heute in Bremen auf der
Konferenz der Oslo-Paris-Kommission (OSPAR) zum Schutz von Nordsee und
Nordostatlantik gewarnt. Die jaehrlichen radioaktiven Einleitungen aus der
Wiederaufarbeitung steigen seit Jahren - obwohl sie laut einem
OSPAR-Beschluss von 1998 sinken sollen. Der Anstieg ist vor allem auf die
Einleitung des radioaktiven Stoffes Technetium 99 aus der britischen
Wiederaufarbeitungsanlage Sellafield zurueckzufuehren. Greenpeace fordert
von der OSPAR ein sofortiges Verbot aller radioaktiven Einleitungen.

Um die zu erwartende Kritik auf der OSPAR abzuwiegeln, hat Grossbritannien
im Vorfeld der Konferenz ein neunmonatiges Moratorium fuer Technetium 99
ins Gespraech gebracht. "Eine Pause von neun Monaten ist ein Witz bei einem
Stoff mit einer Halbwertzeit von 200.000 Jahren", sagt Susanne Ochse,
Atomexpertin von Greenpeace. "Das Moratorium ist nur dann sinnvoll, wenn
ihm der Ausstieg aus der Wiederaufarbeitung folgt." Neben Sellafield
verseuchen auch die radioaktiven Abfaelle der Wiederaufarbeitungsanlage im
franzoesischen La Hague die See. Der Atommuell aus beiden Anlagen verteilt
sich bis in die Deutsche Bucht.

Greenpeace erwartet von der OSPAR-Konferenz zudem, die politischen Weichen
fuer die boomende Offshore-Windenergie in der Nordsee zu stellen. "Die
Konferenz muss dringend einheitliche oekologische Kriterien fuer Windparks
festlegen", sagt Greenpeace-Energieexperte Sven Teske. "Wir brauchen mehr
erneuerbare Energien und dafuer brauchen die Investoren endlich
Planungssicherheit."

Zugleich muss nach Ansicht von Greenpeace sichergestellt werden, dass die
Windparks die Umwelt so wenig wie moeglich belasten. Dazu machte der
groesste geplante deutsche Windpark Butendiek (vor Sylt) heute auf einer
gemeinsamen Pressekonferenz mit Greenpeace ein neues Angebot: Die
Umweltverbaende sollen an der Planung der Bauarbeiten fuer den Windpark
beteiligt werden. Auch die Begleituntersuchungen der Auswirkungen des Parks
auf die Umwelt steht den Verbaenden offen. Butendiek-Vertreter Wolfgang
Paulsen kuendigte zudem zusaetzliche Schutzmassnahmen fuer den Windpark an
wie Laermminderung waehrend der Rammarbeiten.

Dass ein umweltvertraeglicher Windpark moeglich ist, zeigen die ersten
Untersuchungsergebnisse des weltweit groessten Windparks Horns Rev in der
daenischen Nordsee: Danach sind Robben, Schweinswale und Voegel zwar durch
den Laerm der Bauarbeiten kurzfristig vertrieben worden. Bereits kurz nach
Abschluss der Arbeiten sind die Tiere aber in etwa gleicher Anzahl
zurueckgekehrt. Greenpeace haelt es fuer unverzichtbar, in Butendiek
Stoerungen durch Bauarbeiten umfassend zu verringern.




Hamburg/Bremen, 24. 6. 2003
Internet:
www.greenpeace.de


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