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ISSN 1610-0611
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Ölpest bedroht Mangrovenwälder

Tankerhavarie vor Pakistan

Ölpest bedroht Mangrovenwälder

Der Tanker Tasman Spirit ist am Donnerstag einen Kilometer vor der pakistanischen Küste auseinandergebrochen. Das bereits vor zwei Wochen auf Grund gelaufene einwandige Schiff hatte noch etwa 40.000 Tonnen Rohöl an Bord. Mindestens 12.000 Tonnen Öl sind bislang ausgelaufen und bedrohen einen 40 Kilometer langen Küstenabschnitt vor der pakistanischen Hafenstadt Karachi. Mehrere Strände sind bereits stark mit Ölschlamm verschmutzt.

Der WWF fürchtet, dass der Ölteppich die nur vier Kilometer entfernten Brutgebiete von Meeresschildkröten und nahe gelegenen Mangrovensümpfe erreicht. „Öl
im Mangrovenwald wäre ein Tiefschlag gegen die Natur“, so Hans-Ulrich Rösner vom WWF. Wenn das Öl das komplexe Wurzelsystem der Bäume verklebt, werde den Pflanzen die Sauerstoffzufuhr abgeschnürt. Von früheren Unfällen ist bekannt, dass sich Mangrovensümpfe extrem schwer säubern lassen. Noch nach Jahrzehnten lassen sich Schäden nachweisen.

Auch die Meeresschildkröten in der Region werden von der Umweltkatastrophe schwer getroffen. Insbesondere zwei Arten von Meeresschildkröten sind stark
gefährdet, weil die Ölpest ausgerechnet zur Brutzeit zugeschlagen hat. Beide Schildkrötenarten werden in der Roten Liste ohnehin bereits als gefährdet geführt. Selbst wenn das Öl die Brutplätze verschonen sollte, ist der Schaden enorm, weil das giftige Öl in die Nahrungskette gelangt. Diese schleichende Vergiftung trifft auch die sehr seltenen Seeschlangen, aber auch Meeressäuger wie der stark gefährdete „Flaschennasen Delphin“ sind bedroht. Hammad Naqi Khan vom WWF Pakistan rechnet mit langfristigen Folgen, weil sich die Giftstoffe in der Nahrungskette anreichern und dann das Nervensystem vieler Tiere und ihre Fortpflanzung beeinträchtigen.

Berlin/ Karachi, 17.08.2003:
WWF Deutschland
Rebstöcker Straße 55
60326 Frankfurt
www.wwf.de


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