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ISSN 1610-0611
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Schoko-Eier mit bitterem Beigeschmack

WWF ruft zu Ostern dazu auf, Postkarten an deutsche Palmöl-Unternehmen zu senden

Der WWF Deutschland hat Anfang April eine Kampagne zur Rettung der Regenwälder Indonesiens gestartet. Ab Ostern rufen die
Umweltschützer nun zu einer Postkarten-Aktion auf, mit der sie gegen die Errichtung von neuen Ölpalmen-Plantagen und gegen den damit verbundenen Kahlschlag der letzten Regenwälder in Indonesien vorgehen möchten. Palmöl wird unter anderem bei der Herstellung von Schokoladenprodukten, Kosmetikartikeln und Waschmitteln verwendet und findet sich mit großer Wahrscheinlichkeit in Form von Schokoladeneiern und anderen Süßigkeiten in jedem Osternest wieder. In Deutschland stellen unter anderem die Konzerne Henkel und Nestlé zahlreiche Produkte her, in denen Palmöl und daraus gewonnene Substanzen enthalten sind. Der WWF fordert die Verbraucher dazu auf, mit elektronischen Postkarten bei beiden Unternehmen nachzufragen, ob diese ausschließen können, dass für den Anbau des von ihnen verwendeten Palmöls Regenwälder zerstört wurden.

Wer sich an der WWF-Aktion beteiligen möchte, kann ab Gründonnerstag unter www.wwf.de zwei an die beiden Unternehmen adressierte E-Cards mit seinem
Absender versehen und per E-Mail an den WWF schicken. Die Karten werden bis zum 30. Juni 2003 gesammelt und anschließend vom WWF an die Vorstandsvorsitzenden von Henkel und Nestlé übergeben. Die beiden Unternehmen stehen stellvertretend für mehr als dreißig weitere Palmöl verarbeitende Unternehmen, mit denen der WWF über die Rettung der Regenwälder in Indonesien verhandeln möchte. Alle diese Firmen sollen sich dafür einsetzen, dass kein Palmöl mehr verwendet wird, dem Regenwälder zum Opfer fallen. Alois Vedder leitet die Indonesien-Kampagne des WWF und möchte die Firmen mit Hilfe der Postkarten-Aktion für die Problematik der Palmöl-Produktion sensibilisieren: „Wir hoffen, dass sich viele Menschen an unserer Aktion beteiligen. Dann können wir den Unternehmen beweisen, dass es den Verbrauchern nicht egal ist, ob die Herstellung von!
Schoko-Osterhasen und Schoko-Eiern zur Vernichtung der Regenwälder beiträgt“, vertraut Vedder auf den Einfluss der Konsumenten. Bislang hätten die Unternehmen auf die Frage nach Informationen über die Herkunft des Palmöls und gegenüber einer Zusammenarbeit mit dem WWF leider sehr zurückhaltend reagiert.

Der Kampf des WWF um die Rettung der indonesischen Regenwälder gleicht einem Wettlauf gegen die Zeit: Die Weltbank schätzt, dass die Tiefland-Regenwälder
auf der indonesischen Insel Sumatra in spätestens zwei Jahren verschwunden sein werden, wenn der Raubbau nicht rasch beendet wird. Doch wenn die Lieferanten von Palmöl auf weitere Kahlschläge verzichten, können noch wertvolle Waldflächen und damit die letzten Rückzugsgebiete der vom Aussterben bedrohten Sumatra- Elefanten geschützt werden. Gerade die Dickhäuter leiden besonders unter dem Verlust ihres Lebensraums: Auf der Suche nach Nahrung weichen viele Elefanten in die Plantagen aus, sodass Konflikte mit den Waldarbeitern und den Dorfbewohnern bereits zum Alltag gehören. Um die „Störenfriede“ loszuwerden, werden immer wieder Elefanten vergiftet, erschossen oder in Lager eingepfercht.



Jenni Glaser
Pressestelle WWF Deutschland
Frankfurt a. M., 17.04.03:


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