„Brot für die Welt“ eröffnet Kampagne für das Menschenrecht auf Wasser
Stuttgart/Berlin, Mit einer Flaschenpost-Aktion hat „Brot für die Welt“ am 21. März 2003 eine Wasserkampagne eröffnet. Der Umweltexperte Ernst Ulrich von Weizsäcker, MdB und Mitglied der Weltkommission für soziale Fragen der Globalisierung der International Labour Organisation in Genf, unterschrieb als erster eine „Flaschenpost“ an den Bundeskanzler. Unter dem Motto „Wasser ist ein Menschenrecht“ wird die Bundesregierung dazu aufgefordert, sich in der nationalen und internationalen Politik dafür einzusetzen, dass jeder Mensch Zugang zu sauberem Trinkwasser erhält. „Dabei steht der Wasserzugang für die Ärmsten im Mittelpunkt“, sagt Danuta Sacher, Koordinatorin der Wasserkampagne bei „Brot für die Welt“. Erfahrungen von „Brot für die Welt“-Partnern in Asien, Afrika und Lateinamerika bestätigen die Prognosen der Vereinten Nationen, die eine Wasserkrise vorhersagen, „die unser Überleben und das unseres Planeten bedroht“, wenn nicht entschieden gegengesteuert wird. Die wirkliche Tragödie dabei bilden nach Ansicht der Vereinten Nationen die Auswirkungen dieser Krise auf das tägliche Leben armer Menschen. „Eine zukunftsfähige Wasserversorgung erfordert uneingeschränkte öffentliche Verantwortung“, so Sacher. „‚Brot für die Welt’ beobachtet jedoch mit Sorge die Tendenz, dass privatwirtschaftlichen Lösungen immer mehr der Vorrang eingeräumt wird, auch in der bundesdeutschen Entwicklungszusammenarbeit.“ Solche Beiträge können wichtig und nützlich sein, wenn sie die Regulierungsmöglichkeiten lokaler oder nationaler Regierungen nicht einschränken und nicht zu Lasten der knappen Entwicklungshilfeleistungen gehen. „Ziel ist eine sozial gerechte und ökologisch tragfähige Lösung des Wasserproblems“, so Sacher, „hierzu müssen die Erfahrungen sorgfältig ausgewertet werden, die bislang über die Zusammenarbeit von öffentlichen und privaten Partnern in den Entwicklungsändern vorliegen.“ „Brot für die Welt“ fordert gemeinsam mit Kommunal- und Umweltverbänden, sowie Gewerkschaften und Entwicklungsorganisationen, dass die Wasserversorgung nicht auf die Tagesordnung der Welthandelsorganisation (WTO) gehört. Die Wasserversorgung darf nicht Gegenstand der Verhandlungen über eine Liberalisierung von Dienstleistungen (GATS) sein.
www.brot-fuer-die-welt.de
Die evangelische Hilfsaktion „Brot für die Welt“ wurde 1959 in Berlin gegründet. Ausschließlich durch Spendengelder finanziert, unterstützt sie Projekte in den Ländern des Südens zur nachhaltigen Bekämpfung von Armut und Hunger und für die Rechte der benachteiligten Menschen.
Stuttgart/Berlin, 21. März 2003.
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