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ISSN 1610-0611
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Wenn die Strände Trauer tragen...

Wenn die Strände Trauer tragen...

WWF befürchtet weitere Ölteppiche an spanischer Atlantikküste

Frankfurt a.M. / Madrid,: Kaum sind die ersten Strände an der galicischen Atlantikküste notdürftig gereinigt, droht ein zweiter Ölteppich die Küste erneut mit einer giftigen Ölschicht zu überziehen. Der WWF fürchtet, dass dies noch nicht der letzte Ölteppich sein wird. Immer neue Horrormeldungen über Verschmutzungen in der Nähe des Ortes, an dem der havarierte Tanker Prestige in den Fluten versank, nähren die Befürchtungen, das havarierte Schiff könnte in mehr als 3000 Meter Tiefe nach und nach seine giftige Ladung von mehr als 50.000 Tonnen giftigen Schweröls freigeben.

„Die Tragödie an der galicischen Küste führt eindrücklich vor Augen, wie ohnmächtig man ist, wenn Öl erst einmal ins Meer gelangt ist“, dämpft Hans-Ulrich Rösner
die hoch gesteckten Erwartungen an die inzwischen vor Spanien stationierten Absaugschiffe. Die Spezialschiffe können wegen des hohen Seegangs seit Tagen kaum arbeiten und das Schweröl nur mit großen Schwierigkeiten aufnehmen. „Trotz der anhaltenden Katastrophe muss das Zauberwort schon heute Vorbeugung heißen. Doppelhüllen-Tanker allein reichen dafür nicht wichtiger ist es, die finanziellen Daumenschrauben für die Ölgesellschaften anzuziehen,“ so Rösner. Der WWF fordert die klare Anwendung des Verursacherprinzips und massiv erhöhte Versicherungssummen. Dies habe nach dem Unfall der Exxon Valdez vor Alaska zu erheblichen Fortschritten bei der Schiffssicherheit in den USA geführt, weil das Eigeninteresse der Ölkonzerne an mehr Sicherheit erheblich steige.

In diesem Zusammenhang nannte die Naturschutzorganisation die Initiative Spaniens, Frankreich und Portugals, veraltete Schiffe aus ihren Gewässern zu verbannen,
„mutig“, auch wenn z.B. Frankreich bisher nicht als oberster Hüter der Meere bei der Kontrolle von Schiffen in seinen Häfen aufgefallen sei. Die anderen europäischen Staaten müssen sich anschließen, fordert der WWF.„Bleibt zu hoffen, dass es diesmal nicht bei den üblichen Krokodilstränen nach einer Tanker- Katastrophe bleibt, sondern, dass die europäischen Politiker endlich ein gemeinsames strenges Vorgehen gegen die unhaltbaren Zustände auf See vereinbaren“, so Rösner. „Beim EU Verkehrsministertreffen in der nächsten Woche haben sie Gelegenheit ihren Willen dazu unter Beweis zu stellen.“


WWF Deutschland
Rebstöcker Straße 55
60326 Frankfurt
02.12.02


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