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ISSN 1610-0611
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Zug mit Gen-Mais aus den USA

Protest an Grenze Mexikos gegen Zug mit Gen-Mais aus den USA
Greenpeace: USA unterlaufen internationales Umweltabkommen zur
Gentechnik

- Gegen einen Zug mit zum Teil genmanipuliertem
Mais aus den USA haben Greenpeace-Aktivisten am Sonntag Abend fuenf
Stunden lang protestiert, kurz bevor er ueber die mexikanische Grenze
fuhr. An der Bruecke ueber den Rio Grande - den Grenzfluss zwischen
den beiden Laendern - haengten sich die Aktivisten an die Radachsen
des Zuges und befestigten Banner. Greenpeace wirft den USA vor, unter
Berufung auf die Welthandelsorganisation (WTO) das "Cartagena
Protokoll ueber die Biologische Sicherheit" (Biosafety-Protokoll) zu
unterlaufen und mit den Lieferungen die Artenvielfalt des Maises sowie
die Gesundheit der mexikanischen Bevoelkerung zu gefaehrden.

Fast ein Drittel des nach Mexiko gelieferten US-Maises sind
genmanipulierte Sorten des US-amerikanischen Gentechnik-Konzerns
Monsanto. Dies ergaben Analysen von Maisproben eines unabhaengigen
Labors in den USA im Auftrag von Greenpeace. Um eine Ausbreitung in
einheimische Pflanzen auszuschliessen, ist in Mexiko der Anbau von
Gen-Mais verboten. Doch mit den jaehrlich ueber fuenf Millionen Tonnen
US-Maisimporten gelangen auch keimfaehige Koerner in das Land. Der
Mais hat sich bereits in einigen Regionen unkontrolliert ausgebreitet
und bedroht die Artenvielfalt der Pflanze. Genetische Vielfalt ist
jedoch notwendig, um neue, sich wechselnden Umweltbedingungen
anpassende Nutzpflanzen zu zuechten.

"Die Einfuhr von genmanipuliertem Mais nach Mexiko muss sofort
gestoppt werden", fordert Ulrike Brendel, Gentechnik-Expertin von
Greenpeace. "Verunreinigen die Gen-Konzerne die Vielfalt des Maises in
Mexiko, pokern sie um unsere zukuenftige Ernaehrung." Die mexikanische
Regierung hat inzwischen zugesagt, am kommenden Freitag mit Greenpeace
ueber Massnahmen zu verhandeln, die Mexiko unter Bezug auf das
Biosafety-Protokoll treffen muss, um eine Verunreinigung des
mexikanischen Maises mit Gen-Mais aus den USA zu verhindern.

Das Biosafety-Protokoll regelt den internationalen Handel
landwirtschaftlicher Gen-Produkte. Es verpflichtet die Unterzeichner-
Laender, schaedliche Auswirkungen genmanipulierter Organismen auf die
Artenvielfalt zu verhindern. Es ermoeglicht mit Berufung auf das
Vorsorgeprinzip, den Import genmanipulierter Organismen zu verbieten.
Das im Januar 2000 ausgehandelte Biosafety-Protokoll ist eines von
mehreren internationalen Umweltabkommen, die durch die
Freihandelsregeln der WTO gefaehrdet sind.

"Die USA missbrauchen die WTO, um die Produkte ihrer Gentech-Industrie
weltweit zu vermarkten und das Biosafety-Protokoll zu sabotieren",
sagt Brendel. "Auch der aktuelle Gentechnik-Streitfall zwischen den
USA und der EU zeigt, dass die WTO den USA dazu dienen soll, die
Gentechnik per Zwangverordnung durchzusetzen." Seit 1998 laesst die EU
keine neuen Gen-Pflanzen mehr fuer den Anbau zu. Die USA sehen das de-
facto Moratorium der EU als Handelshemmnis. Greenpeace fordert von der
WTO-Konferenz, die vom 10.-14. September 2003 in Cancún/Mexiko
stattfindet, dass die Welthandelsorganisation internationale
Umweltabkommen wie das Biosafety-Protokoll endlich anerkennt.

_______________________________________________
Mexiko, 18. 8. 2003
www.greenpeace.org


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