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Frauenmorde in Mexiko
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Eilaktion 1/03 - Frauenmorde in Mexiko
Sehr geehrte Damen und Herren, vielen Dank an alle, die sich bei unseren letzten beiden Eilaktionen zu Amina Lawal und den Massenvergewaltigungen in Burma beteiligt haben! Wir haben über 17.700 Unterschriften gegen die Steinigung von Amina Lawal gesammelt und diese am 4. Februar dem Geschäftsträger der nigerianischen Botschaft in Berlin überreichen. Sie wurden mit einer Petition an den nigerianischen Präsidenten weitergeleitet. Für Burma sind insgesamt 6.054 Unterschriften zusammengekommen, die wir an den UN-Berichterstatter für Burma weitergeleitet haben. Außerdem haben wir Außenminister Fischer, UNO-Vorsitzenden Kofi Annan sowie den Vorsitzenden der deutschen Delegation der UNO- Menschenrechtskommission in Genf über die Vorfälle informiert und sie dazu angehalten, Druck auf die burmesische Militärregierung auszuüben.
Auch dieses Mal wende ich mich in einer sehr dringlichen Angelegenheit an Sie. Seit 1993 wurden in der mexikanischen Stadt Juarez im Staat Chihuahua mindestens 274 Frauen ermordet und oft vorher aufs Grausamste vergewaltigt und verstümmelt. Es sind fast alles junge Mexikanerinnen, die nach Juarez gekommen sind, um in den dort ansässigen Maquiladoras, also multinationalen Fertigungsfabriken, zu arbeiten. Sie leben meist allein. Die Produktionsstätten machen keinerlei Anstalten, die Frauen zu schützen. Sie müssen in unbewachten Bussen oft nachts oder früh morgens zur Arbeit und wieder in die Stadt fahren und von dort nach Hause laufen. Die meisten Morde geschehen auf dem Weg zur oder von der Arbeit, die Leichen tragen häufig noch Teile ihrer Arbeitskleidung. Fast alle wurden erwürgt, zwei Drittel von ihnen wurden vorher vergewaltigt und verstümmelt. Bis heute wurden die Fälle gar nicht oder nur unzureichend untersucht, obwohl diese Morde bereits Gegenstand von UNO-Resolutionen und Debatten waren. Der mexikanische Präsident Vincente Fox hat Ende 2001 angeordnet, mit der Untersuchung der Morde zu beginnen. Bis jetzt haben diese Untersuchungen jedoch noch nicht die gewünschten Resultate erzielt. Frauenrechtlerinnen vor Ort bezweifeln auch sehr, dass diese Vorstöße durch den Präsidenten Erfolg zeigen werden, denn eine der Theorien zu den Massenmorden geht davon aus, dass auch die Polizei in diese Morde involviert ist. Doch sind die Motive weiterhin völlig unklar, wenn auch einige davon ausgehen, dass gerade diese Frauen Opfer von Gewalttaten wurden, weil sie ein selbständiges Leben geführt haben, das nicht in das mexikanische Frauenbild passt. Weitere Informationen gibt es auch in dem Artikel der TERRE DES FEMMES Zeitschrift 1/ 2003 "Austauschbare Arbeit - Austauschbares Leben" von Daniela Hrzán.
Ich möchte Sie daher herzlich bitten, Protestbriefe in spanisch an folgende Stellen zu schreiben. Ich füge ein Briefbeispiel mit deutscher Übersetzung bei, dass Sie aber auch gerne abändern können.
Briefentwurf:
(Anrede), Señor Presidente de la República (Präsident der Republik)
Señor Gobernador del Estado (Gouverneur)
Señor Embajador, (Botschafter)
Le escribo con relación al asunto de asesinatos de más de 270 mujeres en Ciudad Juárez, Chihuahua, Mexico, que han ocurrido desde 1993. Ya en enero de 2002, el Rapporteur Especial de Naciones Unidas sobre la Independencia de la Juridicción, Administración de Justicia e Impunidad declaró que estos asesinatos fueron investigado de forma ineficiente e incompleta, si es que hubo alguna investigación Incluso con el nuevo investigador especial en funciones la situación no ha cambiado mucho. Los asesinatos continuan.
Por ello le pido urgentemente que inicie alguna acción en este asunto: - todos los asesinatos deberían ser investigados hasta el fondo y los hechores deberían ser llevado frente a los tribunales, y castigados con todo el peso de la ley. - los familiares de las víctimas deberían ser informados sobre los resultados de estas investigaciones - cualquier precaución posible debería ser tomada para proteger las mujeres de Ciudad Juárez y así prevenir futuros asesinatos.
Espero urgentemente su respuesta al planteamiento de este asunto grave.
Atentamente (eigene Unterschrift)
Übersetzung des Briefes: Ich schreibe Ihnen in der dringenden Angelegenheit der Ermordung von über 270 Frauen in Ciudad Juarez, Chihuahua, Mexiko, die seit 1993 verübt wurden.
Bereits im Januar 2002 hat der UN-Sonderberichterstatter für die Unabhängigkeit von Richtern und Anwälten festgestellt, dass diese Morde unzureichend untersucht wurden, wenn sie überhaupt untersucht wurden. Selbst mit der Einstellung eines neuen Sonderermittlers hat sich nicht viel geändert: das Morden geht weiter.
Deshalb bitte ich Sie dringend, dass: - alle Morde eingehend untersucht und die Mörder vor Gericht gebracht und bestraft werden. - die Familien der Opfer über die Untersuchungen sowie ihren Ergebnissen unterrichtet werden. - alles getan wird, um die Frauen von Ciudad Juarez vor weiteren Morden zu schützen.
In Erwartung Ihrer baldigen Antwort in dieser Angelegenheit verbleibe ich mit freundlichen Grüßen
Bitte schicken Sie den spanischen Brief an folgende Adressen:
President Vincente Fox Quesada, Residencia Official de los Pinos, Puerta 1, Primer Piso, Colonia San Miguel, Chapltepec, 11850 Mexico DF, Mexico Ciudadano@presidencia.gob.mx (Anrede: Señor Presidente de la República)
Gobernador C.P. Patricio Martínez García Palacio de Gobierno Aldama y V. Carranza Colonia Centro 31000 Chihuahua Mexiko (Anrede: Señor Gobernador del Estado)
Botschaft der Vereinigten Mexikanischen Staaten S.E. Herr Jorge Eduardo Navarrete Lopez, Klingelhöferstraße 3 10785 Berlin Fax 030-26 93 23-700 mail@embamexale.de (Anrede: Señor Embajador)
Bitte schicken Sie Kopien der Briefe, die Sie geschrieben haben, auch an die beiden UNO- Sonderberichterstatter, die sich mit dem Thema beschäftigen:
Ms. Radhika Coomaraswamy UN Special Rapporteur on Violence against Women Office of the High Commissioner for Human Rights 8-14 Avenue de la Paix 1211 Genf 10 Schweiz Fax 0041/22 917 9006 csaunders@ohchr.org
Mr. Dato'Param Cumaraswamy UN Special Rapporteur on the Independence of Judges and Lawyers Office of the High Commissioner for Human Rights 8-14 Avenue de la Paix 1211 Genf 10 Schweiz Fax 0041/22 917 9006 scronin@ohchr.org
Leider konnten wir nicht für alle Adressen eine E-Mail oder Fax-Nr. angeben, da diese entweder nicht zu recherchieren waren oder veraltet sind. Falls die angegebenen Fax-Nummern ständig besetzt sind, ist es sinnvoll, eine E-Mail oder einen Brief an die entsprechenden Adressen zu schreiben. Manchmal sind die Anschlüsse überlastet oder werden kurzfristig ausgeschaltet. Es wäre sehr hilfreich, wenn Sie mir eine kurze Rückmeldung per E-Mail geben könnten, wenn Sie sich an der Aktion beteiligt haben. Außerdem wäre es gut, wenn Sie eventuelle Antworten an uns schicken würden. Für Ihr Engagement bedanke ich mich im voraus sehr herzlich!
Mit freundlichen Grüßen
Myria Böhmecke Referat Eilaktionen
TERRE DES FEMMES e.V.
http://www.frauenrechte.de
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