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UA 126/03 ai-Index: AMR 28/007/2003

UA 126/03 ai-Index: AMR 28/007/2003 9. Mai 2003 - bs

SORGE UM SICHERHEIT / MORDDROHUNGEN

Ecuador: Teresa Gladys Pita Bravo, Mutter des „verschwundenen„ Elías Elint López Pita

Teresa Lourdes López Pita, ihre Tochter

Arturo Patricio Lasso, ihr Schwiegersohn, und weitere Familienangehörige

amnesty international fürchtet um die Sicherheit von Teresa Gladys Pita Bravo, ihrer Tochter Teresa Lourdes López Pita, ihrem Schwiegersohn Arturo Patricio Lasso und weiteren Angehörigen der Familie, nachdem Teresa Gladys Pita Bravo mehrere anonyme Morddrohungen erhalten hat. Ihr Sohn Elías Elint López Pita war im November 2000 dem „Verschwindenlassen„ zum Opfer gefallen, und acht Polizisten wurden seiner Entführung für schuldig befunden.

Am 26. April 2003 erhielt Teresa Gladys Pita Bravo drei anonyme Anrufe. Man drohte ihr für den Fall, dass die Polizisten, denen die Entführung ihres Sohnes zur Last gelegt wird, längere Haftstrafen erhalten sollten, werde ihre Familie nacheinander ausgelöscht.

Der Sohn von Teresa Gladys Pita Bravo, Elías Elint López Pita, war im November 2000 in der Stadt Ambato in der Provinz Tungurahua von Polizisten festgenommen worden und danach „verschwunden„. Im Februar 2002 wurden acht Polizisten wegen seiner Entführung zu Haftstrafen zwischen drei und sechs Jahren verurteilt. Fünf der Polizisten setzte man im Dezember 2002 jedoch wieder auf freien Fuß. Am 28. April 2003, zwei Tage nach den Drohanrufen bei Teresa Gladys Pita Bravo, wurden drei der acht Polizisten wegen des „Verschwindenlassens„ von Luis Alberto Shinin Laso zu Gefängnisstrafen zwischen acht und 16 Jahren verurteilt. Luis Alberto Shinin Laso war einer der Hauptzeugen in dem Gerichtsverfahren zum Fall Elías Elint López Pita. Die im Dezember 2002 freigelassenen Polizisten befinden sich nach wie vor auf freiem Fuß.

Seit dem „Verschwinden„ von Elías Elint López Pita setzt seine Familie sich unermüdlich für die Aufklärung seines Schicksals und die strafrechtliche Verfolgung der für sein „Verschwindenlassen„ Verantwortlichen ein. Bereits im Jahr 2001 hatten Teresa Gladys Pita Bravo und der Rechtsanwalt der Familie, Gino Cevallos González, mehrere anonyme Morddrohungen erhalten (s. UA 197/01 vom 2. August 2001).

Im Dezember 2001 wies die Interamerikanische Menschenrechtskommission die Regierung Ecuadors an, die Familie von Elías Elint López Pita zu schützen. Laut Angaben der Familie wurden diese Schutzmaßnahmen jedoch bei Amtsantritt der neuen Regierung im Januar 2003 eingestellt.





HINTERGRUNDINFORMATIONEN





Elías Elint López Pita, der aus der Stadt Ambato in der Provinz Tungurahua stammt, war am 6. November 2000 am Polizeikontrollpunkt Panamericana Norte in Ambato festgenommen worden, als er auf dem Weg von Ambato in die Provinz Esmeraldas war. Seitdem ist er nicht mehr gesehen worden.

Am 7. November 2000 sagte Luis Alberto Shinin Laso, der sich zu jenem Zeitpunkt auf der Polizeiwache in Ambato in Haft befunden hatte, vor dem Staatsanwalt aus, der die Ermittlungen zum „Verschwinden„ von Elías Elint López Pita leitete. Luis Alberto Shinin Laso gab an, Elías Elint López Pita auf der Polizeiwache getroffen zu haben. Elías Elint López Pita habe ihm gesagt, man verdächtige ihn des Diebstahls und er sei von Polizisten geschlagen worden. Luis Alberto Shinin Laso wurde später freigelassen, aber Berichten zufolge am 14. November 2000 von unbekannten bewaffneten Männern entführt und mit einem Auto in einen Außenbezirk von Ambato gefahren, wo man auf ihn schoss und ihn die Klippen hinunterstieß. Er überlebte den Anschlag, wurde aber laut Angaben des Krankenhauspersonals am 17. November 2000 von mindestens sechs maskierten Männern, aus der Klinik, in der er behandelt wurde, verschleppt. Seitdem fehlt jede Spur von Luis Alberto Shinin Laso.









EMPFOHLENE AKTIONEN: Schreiben Sie bitte Telefaxe oder Luftpostbriefe, in denen SieIhre Sorge um die Sicherheit von Teresa Gladys Pita Bravo, ihrer Tochter Teresa Lourdes López Pita, ihrem Schwiegersohn Arturo Patricio Lasso und den übrigen Familienmitgliedern zum Ausdruck bringen;

die Behörden auffordern, in Absprache mit der Familie Maßnahmen zu deren Schutz einzuleiten;

fordern, dass sofort eine Untersuchung der gegen Teresa Gladys Pita Bravo gerichteten Drohungen eingeleitet wird, die Ergebnisse der Ermittlungen veröffentlicht und die Verantwortlichen vor Gericht gestellt werden;

fordern, dass eine umfassende und unparteiische Untersuchung des „Verschwindens„ von Luis Alberto Shinin Laso eingeleitet wird.

APPELLE AN:

Dr. Mario Canessa, Ministro de Gobierno y Policía, Ministerio de Gobierno y Policía
Espejo y Benalcázar, Quito, REPUBLIK ECUADOR (Innenminister - korrekte Anrede: Señor Ministro)
Telefax: (00 593) 2 2580 067
E-Mail: gicela.abac@mingobierno.org.ec

Dra. Mariana Yépez de Velasco,
Ministra Fiscal General de Estado,
Av. Eloy Alfaro N 32 240 y República,
Quito, ECUADOR (Generalstaatsanwältin - korrekte Anrede: Señora Fiscal General)
Telefax: (00 593) 2 2559 447

Gral. Edgar Vaca Vinueza, Comandante General de la Policía Nacional
Ramírez Dávalos 612 y Av. 10 de Agosto, Quito, ECUADOR
(Polizeichef - korrekte Anrede: Señor Comandante General)
Telefax: (00 593) 2 2506 066

KOPIEN AN:

Comisión Ecuménica de Derechos Humanos (CEDHU), Carlos Ibarra 176 y 10 de Agosto
Edificio Yuraj Pirca, Piso 9, Quito, ECUADOR (ökumenische Menschenrechtsorganisation)



Botschaft von Ecuador; S.E. Herr Patricio Palacios, ao. u. bev. Botschafter
Goldschmiedgasse 10/2/24; A-1010 Wien
Tel: +43-1-535 32 08/18; Fax: +43-1-535 08 97; E-Mail: mecaustria@chello.at;
Bitte schreiben Sie Ihre Appelle möglichst sofort. Schreiben Sie in gutem Spanisch, Englisch oder auf Deutsch. Da Informationen in Urgent Actions schnell an Aktualität verlieren können, bitten wir Sie, nach dem 20. Juni 2003 keine Appelle mehr zu verschicken.

Textvorschlag:





(Der Textvorschlag ist nur als Anregung gedacht. Falls Ihre Fremdsprachenkenntnisse ausreichen, dann verfassen Sie das Appellschreiben bitte selbst! Je individueller die Briefe sind, desto besser!)

(Entsprechende Anrede),

I am writing to express my grave concern for the safety of Gladys Pita Bravo, her daughter Teresa Lourdes López Pita, her son-in-law Arturo Patricio Lasso and their family.

My fear for their safety is caused by the disappearance of Elías Elint López Pita in November 2000 and by the several anonymous death threats Teresa Gladys Pita Bravo, Elías Elint López Pita’s mother, has received since then.

I am thankful that the Ecuadorean government provided protection to the family of Elías Elint López Pita, but the reports that the protection measures were ceased in January 2003 when the new government took office worry me deeply. I therefore call on you with the utmost respect to do everything necessary to guarantee their safety in accordance with the wishes of the family themselves. Moreover I urge you to order a prompt and effective investigation into the threats made against Teresa Gladys Pita Bravo. The results should be made public and those responsible have to be brought to justice.

Further, I am fearful for the fate of Luis Alberto Shinin Laso. He was in police custody at Ambato police station where Elías Elint López Pita was seen for the last time. After being heard as a testimony by the prosecutor investigating Elías Elint López Pita’s disappearance he was released. However, on 14 November 2000, he was reportedly abducted by unidentified gunmen and taken by car to the outskirts of Ambato, where he was shot and thrown over a cliff. He survived this attack, but on 17 November 2000, according to hospital staff, at least six armed men in balaclavas burst into the hospital where he was being treated and abducted him. Since that incident he has not been seen again. Therefore I urge you to start a prompt, full, effective and impartial investigation into the "disappearance" of Luis Alberto Shinin Laso.

I am hopeful that you will take all the necessary measures to deal with the above-mentioned matters and I thank you for your attention and time.

Yours respectfully,


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Usbekistan: Todesstrafe/Drohende Hinrichtungen | UA 122/03-1ai-Index: AFR 54/032/2003