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ISSN 1610-0611
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Zwangsprostitution in der Türkei

Z W A N G S P R O S T I T U T I O N   I N   D E R   T Ü R K E I : 

Die 12-jährige N.C. aus Mardin wurde über Monate hinweg zur Prostitution gezwungen und mehrfach vergewaltigt. Die Eltern waren in dem Glauben, N.C. sei wie vereinbart bei einer Frau zur Arbeit in einer Werkstatt angestellt.

Zur Zeit läuft vor dem Strafgericht Mardin ein Prozeß gegen die Vergewaltiger, der nur äußerst schleppend vorangeht, da sich unter den Angeklagten Geschäftsleute, Militärs und Politiker befinden und hohe Regierungskreise ihre Finger im Spiel haben.

Es wird alles versucht, um den Prozessfortgang so schwierig wie möglich für das Mädchen zu gestalten: ‘zu ihrem eigenen Schutz‘ wurde sie von ihrer Familie getrennt, nachdem diese im Namen der inzwischen 14-jährigen Anzeige gegen die Täter erstattet hatte; außerdem finden die Prozesse unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt, d.h. weder ihre Familie noch Vertreterinnen von Frauenorganisationen dürfen sie unterstützen.

Die Anwältinnen der Anwaltskammer, die N.C. inzwischen vertreten, wurden im Gericht tätlich angegriffen, nachdem sie gefordert hatten, keinen der Angeklagten frei zu lassen.

Zu all dem kommt hinzu, dass N.C. von den gegnerischen Anwälten aufs schwerste beleidigt wird und aufgrund der langen Dauer des Prozesses immer wieder ärztliche Untersuchungen und Befragungen über sich ergehen lassen muss, so dass sie ihre schrecklichen Erlebnisse immer wieder aufs neue durchleben muss.

Die Angeklagten zeigen kein Schuldbewusstsein!

Ich möchte Sie bitten, sich mit Protestbriefen an die betroffenen türkischen Ministerien zu wenden, damit wir gemeinsam darauf drängen können, den Prozessfortgang zu beschleunigen, um dem Mädchen ein weiteres ständiges Durchleben ihrer erfahrenen Qualen zu ersparen und eine angemessene Bestrafung der Täter zu erreichen.

Einen Protestbrief in englischer Fassung und deutscher Übersetzung, der wie immer abgewandelt werden kann, können Sie hier downloaden. Ich bitte Sie, diesen an die vorgeschlagenen Adressen zu schicken.

Es kann bei den Eilaktionen immer wieder der Fall eintreten, dass die jeweiligen Behörden bzw. Ministerien ihre E-Mail-Adressen bzw. Fax-Nummern umändern oder abstellen. In diesem Fall würde ich Sie bitten, den jeweiligen Protestbrief per Post zu schicken oder ihren Protestbrief an eine der anderen angegebenen Adressen zu senden. Am besten ist es, wenn Sie die Briefe früh morgens oder am Abend schicken, da dann die Chance auf freie Leitungen am größten ist.

Mit freundlichen Grüßen
Myria Böhmecke
Referat Eilaktionen

300703
www.frauenrechte.de



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B R I E F V O R L A G E N   U N D   A D R E S S E N 

Briefvorlagen und Adressen zum Fall:
Zwangsprostitution in der Türkei

Wir haben für Sie eine Vorlage für einen Protestbrief entwickelt. Diese Vorlagen können Sie als Word-Dokument [42 KB] oder als PDF-Dokument [44 KB] downloaden, ausdrucken und an die unten genannten Adressen absenden.

Die deutsche Übersetzung erhalten Sie hier.

Bitte schicken Sie die englische Fassung des Protestbriefes an folgende Adressen:

Mr Abdulkadir Aksu, Ministry of Interior, Içisleri Bakanligi, 06644 Ankara, REPUBLIK TÜRKEI (Innenminister – korrekte Anrede: Dear Minister)
Fax: 00 90 / 312 418 1795

Mr Cemil Çiçek, Ministry of Justice, Adalet Bakanligi, 06659 Ankara, REPUBLIK TÜRKEI (Justizminister – korrekte Anrede: Dear Minister)
Fax: 00 90 / 312 418 5667
E-Mail: cemilcicek@adalet.gov.tr

Mr Abdullah Gül, Office of the Prime Minister, Basbakanlik, 06573 Ankara, TÜRKEI
(Minister und Beauftragter für Menschenrechtsfragen – korrekte Anrede: Dear Minister)
Fax: 00 90 / 312 417 0476

Kanzlei der Botschaft der Republik Türkei
Rungestr. 9, 10179 Berlin
(S. E. Herrn Osman Taney Korutürk - korrekte Anrede: Dear Ambassador)
Fax: 030 / 2759 0915
E-Mail: turk.em.berlin@t-online.de

Prime Minister of Turkey
Mr Recep Tayyip Erdogan
Office of the Prime Minister
Basbakanlik
06573 Ankara (korrekte Anrede: Your Excellency)
Türkei
Fax: 0090 / 312 417 0476
E-Mail: receptayyip.erdogan@basbakanlik.gov.tr

Chairman of the Human Rights Committee of the Turkish Parliament,
Mr Mehmet Elktamis (korrekte Anrede: Dear Mr Elktamis)
06573 Ankara
Fax: 0090 / 312 417 0476




Myria Böhmecke
Referat Eilaktionen

300703
www.frauenrechte.de



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D E U T S C H E   Ü B E R S E T Z U N G 

Deutsche Übersetzung der Briefvorlagen zum Fall:
Zwangsprostitution in der Türkei

Sehr geehrter...

Ich möchte Sie auf einen Fall von Kinderprostitution aufmerksam machen, der sich in der Türkei ereignet hat und der zur Zeit vor dem Strafgericht Mardin verhandelt wird:

Die 12-jährige N.C. aus Mardin wurde über Monate hinweg zur Prostitution gezwungen und mehrfach vergewaltigt. Die Eltern waren in dem Glauben, N.C. sei wie vereinbart bei einer Frau zur Arbeit in einer Werkstatt angestellt.

Unter den von der Familie des Mädchens Angeklagten sind Geschäftsleute, Militärs und Politiker. Allerdings sind nicht alle der von N.C. Beschuldigten angeklagt, insbesondere einige staatliche Männer nicht. Nach Einschätzung von BeobachterInnen ist es offensichtlich, dass hohe Regierungskreise bei diesem Prozess die Finger im Spiel haben.

Der Prozess läuft unter äußerst widrigen Umständen für das inzwischen 14- jährige Mädchen ab: sie wurde zunächst von ihrer Familie getrennt und ist somit völlig isoliert und mit ihren Ängsten alleine gelassen. Außerdem findet der Prozess unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt, so das weder die Familie des Mädchens, noch Vertreterinnen von Frauenorganisationen sie unterstützen können.

Des weiteren muss sie endlose Untersuchungen und Befragungen über sich ergehen lassen, da der Prozess sich immer mehr in die Länge zieht. So durchlebt sie das ihr Angetane immer wieder von neuem.

Die Rechtsanwältinnen, die sie inzwischen vertreten, wurden kurz nach Prozessbeginn unter den Augen der Polizei von den Angeklagten und ihren Unterstützern im Gericht tätlich angegriffen, nachdem sie die Forderung gestellt hatten, keinen der Angeklagten freizulassen.

Die physische und psychische Verfassung der jungen Frau verschlechtert sich zunehmends durch die ständige Retraumatisierung.

Ich verurteile dieses Verbrechen und die Ungerechtigkeit des Prozessverlaufs aufs schärfste und möchte Sie bitten, sich für einen gerechten und schnellen Prozessverlauf einzusetzen, an dessen Ende eine angemessene Bestrafung aller an dieser Tat Beteiligten steht!

Des weiteren möchte ich Sie höflich darum bitten, dass dem Opfer alle benötigte Hilfe zuteil wird, die es ihr ermöglichen, das Erlebte verarbeiten zu können und ihren weiteren Lebensweg glücklicher zu gestalten.

Ich bedanke mich im voraus für Ihre Hilfe.

In Erwartung einer baldigen Antwort, welche konkreten Schritte von Ihrer Seite eingelenkt wurden, verbleibe ich mit freundlichen Grüßen,




Myria Böhmecke
Referat Eilaktionen

300703
www.frauenrechte.de



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UA-223/03 ai-Index: AMR 36/006/2003 | ai-Index: AMR 51/115/2003